„Food Assembly“: Bio-Bauernmarkt mit Online-Bestellung als Direktvermarktung

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Wochenmarkt 2.0

Food Assembly: Bio-Bauernmarkt mit Online-Shopping als Direktvermarktung

Aus Frankreich kommt ein Vermarktungskonzept mit dem Namen „Food Assembly”. Dabei handelt es sich um eine Internet-Plattform, die eine spezielle Art der Direktvermarktung ermöglicht. Das Konzept hat sich in Frankreich schnell verbreitet und nun auch in Deutschland Fuß gefasst.

Food Assembly heißt übersetzt Nahrungsmittel-Versammlung. Eine Assembly ist eine Dreiecksbeziehung: Es gibt die Erzeuger, die Mitglieder (Verbraucher) und die Assembly-Gastgeber. Vermarktet werden qualitativ hochwertige Lebensmittel aus der Region, wobei das Internet die Kommunikationsbasis bildet.

Wie ist der Ablauf? Die Kunden bestellen im Internet. Der Gastgeber hat ihnen zuvor eine Liste mit den aktuell angebotenen Produkten gemailt. Die Erzeuger liefern die vorbestellte Ware an einen Ort, wo der Gastgeber Räumlichkeiten für die Übergabe zur Verfügung stellt. Die Kunden holen die Ware dort selbst ab. In der Regel einmal pro Woche.

Hinter Food Assembly steht die Firma Equanum, die der ehemalige Industrie-Designer Guilhelm Chéron zusammen mit zwei Partnern 2010 gegründet hat. Die drei Gründer halten auch heute noch rund 60 % der Anteile des Unternehmens, das inzwischen 35 Angestellte beschäftigt und 2015 schwarze Zahlen schreiben will. Inzwischen wurde auch eine deutsche Tochterfirma gegründet.
Das Unternehmen sieht sich als Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung für nachhaltige Ernährung und sieht sich sozialen und ökologischen Zielen verpflichtet. Regional, fair und sozial sind weitere Stichworte der Unternehmensphilosophie, wobei ein Einzugsbereich von 150 Kilometern um die jeweilige Food Assembly als regional definiert wird.

Warum Mitglied einer Schwärmerei (Food Assembly) werden?

# Du bekommst frische, saisonale Lebensmittel, die wirklich aus Deiner Region stammen.

# Du gehst keine Verpflichtungen ein und kaufst nur, wann und worauf Du Lust hast.

# Du förderst aktiv kleine Erzeuger, faire Preise und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.

# Du triffst die Menschen, die Dein Essen machen. Und wenn Du willst, auch Deine Nachbarn.

 

Regional und Fair

Marktschwärmer bindet die Herstellung und den Handel von Lebensmitteln wieder an die Region an: Produkte werden dort hergestellt, wo sie verbraucht werden. Wir schaffen einfache, direkte Strukturen und unterstützen lokale Wertschöpfung.

Regionalität bedeutet den erhalt von Biodiversität in der Landwirtschaft und fördert das ökologische Bewusstsein in unserer Esskultur.

Regionalität eröffnet bäuerlichen Betrieben und dem Lebensmittelhandwerk einen fairen Marktzugang und fördert das Wachstum alternativer Netzwerke jenseit der globalisierten Märkte.

Wir wollen, dass unsere Kunden und die Menschen, die ihr Essen produzieren, wieder direkt, transparent und vertrauensvoll miteinander handeln können. Regionalität und Fairness sind die Grundpfeiler dieser Idee.

Kurze Wege:
Alle unsere Erzeuger produzieren in der Region – für die Region.

Faire Preise für alle:
Die Erzeuger legen selbst fest, wieviel ihre Produkte kosten dürfen.

Direkter Handel: Unsere Plattform bringt Erzeuger und Kunden noch näher zusammen.

Beliefere eine Schwärmerei: Sie suchen Absatzmöglichkeiten im Direktverkauf? Mit Marktschwärmer erreichen Sie neue Kunden in Ihrer Region. Die Kunden bestellen und bezahlen online. Sie liefern die Bestellungen einmal pro Woche in die Schwärmerei in Ihrer Nähe. So einfach ist das. https://marktschwaermer.de/de-DE/p/provide

 

Unser Food Assembly Team

Wir sind ein junges Team engagierter Menschen, die die Welt ein kleines bisschen fairer machen wollen. Von Berlin aus koordinieren wir das deutsche Marktschwärmer-Netzwerk aus regionalen Erzeugern, Schwärmerei-Gastgebern und Kunden. Wir unterstützen Gastgeber und Erzeuger beim Aufbau und der Organisation einer lokalen Schwärmerei, bei Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und bei der Nutzung unserer Plattform. Unser Ziel ist ein lebendiges, dezentrales Netzwerk aus lokalen Gemeinschaften.

Sprich uns an! Wir freuen uns, Dich kennenzulernen: kontakt [at] marktschwaermer [dot] de

Die Marktschwärmerei Freiburg im Breisgau ist noch im Aufbau

Barbara Schneider ist Gastgeberin dieser Schwärmerei.

Kommen Sie, lernen Sie die Erzeuger kennen und nutzen Sie die Gelegenheit, um besser zu essen und nebenbei auch noch die regionale Landwirtschaft zu unterstützen.

Der Gastgeber der Schwärmerei baut das lokale Netzwerk aus Erzeugern und Kunden permanent aus. So werden Sie Teil einer wachsenden Gemeinschaft.

# Schwärmerei-Ort

Layback GmbH & Co. KG.

Schopfheimerstr. 3

79115 Freiburg im Breisgau

# Schwärmerei-Zeit

Jeden Donnerstag von 17:00 bis 19:00 Uhr

Im Moment arbeitet der Gastgeber am Aufbau dieser Schwärmerei. Sobald sich genügend Mitglieder und regionale Erzeuger zusammengefunden haben, geht es los.

Kontaktieren Sie die Gastgeberin der Schwärmerei, um mehr Informationen zu bekommen!

Im Moment…

ist die Gastgeberin auf der Suche nach Erzeugern aus der Region, die ihre Produkte in der Schwärmerei anbieten.

In Kürze…

kannst Du alles bestellen, was Dir schmeckt: Obst, Gemüse, Brot, Käse, Fleisch, Getränke und Feinkost.

Donnerstag von 17:00-19:00 Uhr…

holst Du Deine Bestellung ab und lernst nebenbei die Menschen kennen, die Dein Essen machen.

https://marktschwaermer.de/de/assemblies/9118

 

Ergänzender Hinweise:

Transition Town Freiburg e.V.: Food Assembly Arbeitspapier.

Bausteine für Entwicklung de Ernährungssouveränität in Freiburg im Breisgau:

# Marktschwärmerei

# Der Bäuerliche Weg

# Macht – Lebensmittel – Regional

# Forum Regionale Ernährung Entwickeln

# Agrikultur Festival

# Regionalwert AG

# ÖkoGeno Genossenschaft und solidarische Gemeinwohlökonomie

# ÖkoGeno Stiftung für eine solidarische und gemeinwohlorientierte Wirtschaftsordnung

# …

 

 

 

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Comment

  • Jörg Beger

    8. März 2017 at 09:55

    Das Traumpaar: Fair & Regional

    Alle bestehenden Fairhandels-Initiativen haben sich regionales Wirtschaften auf die Fahne geschrieben: Bei der fair&regional-Initiative müssen die Agrarrohstoffe aus der Region Berlin-Brandenburg stammen und dort auch verarbeitet werden. Bis zu 20 Prozent einer Hauptzutat können von außen zugekauft werden, wenn das Erzeugnis in der Region „nicht in ausreichender Menge und Qualität verfügbar ist.“
    Die Biokreis-Initiative entstand in Zusammenarbeit mit dem südostbayerischen Verein Region Aktiv Chiemgau-Inn-Salzach. Sie
    ist noch auf diese Region beschränkt, soll aber ausgeweitet werden.
    Die Richtlinie definiert regional als Umkreis von 200 Kilometer um die Produktionsstätte.
    Bei Bestes Bio – fair für alle heißt die Region Deutschland, in Grenzgebieten ist ein Umkreis von 200 Kilometern zulässig.
    Geschäftsführerin Anke Schekahn ist mit dieser Regelung nicht glücklich. „Wir diskutieren, Regionalität nach Produktgruppen zu differenzieren und strenger zu fassen. In der Realität unserer Mitglieder kommen über 80 Prozent der Zutaten aus der näheren Umgebung.“
    „Regional ist es viel einfacher, sich an einen Tisch zu setzen“, erläutert Martina Schäfer die enge Verbindung zwischen fair und regional. Sie ist Professorin an der TU Berlin, Mitbegründerin der fair&regional-Initiative Berlin-Brandenburg und vergleicht in einem Forschungsprojekt die verschiedenen
    Initiativen. Dabei wird erhoben, auf welche Kriterien und Kontrollformen sich die Initiativen festlegen und wie sie den Zusatznutzen der Produkte an die Konsumenten kommunizieren.
    „Ziel ist es, aus den bereits gemachten Erfahrungen für weitere Initiativen dieser Art zu lernen“, sagt Martina Schäfer.
    In ihre Übersicht hat sie auch zwei Verbände aufgenommen, die intern mögliche Fairhandels-Richtlinien diskutieren: Naturland und Demeter. Naturland hat bereits 2005 sozialrichtlinien erlassen. Sie gelten zwar für alle Mitglieder, spielen aber vor allem für die Naturland-Erzeuger in Entwicklungsländern eine Rolle. 2006 veröffentlichte der Verband sechs Kriterien für Faire Partnerschaften. „Die Anforderungen der Kriterien konnten bisher jedoch erst drei ausgezeichnete Unternehmen erfüllen“, erläutert Naturland-Sprecher Carsten Veller. „Wir haben im Verband intensiv diskutiert, wie diese Kriterien verbindlicher festgeschrieben werden können.“
    Der Verband will die erarbeiteten Standards beispielhaft an einzelnen Pilotprojekten erproben und diese 2010 vorstellen. Die
    besondere Herausforderung für Naturland: Eine Richtlinie muss für die Betriebe im In- und Ausland gelten. „Die Preise sind einer der Knackpunkte, da suchen wir seit fast zwei Jahren nach einer Lösung, die realistisch ist und viele Öko-Betriebe mitnehmen kann“, räumt Carsten Veller ein.

    Hier: http://www.fair-regional.de/pdfs/Fair-regional-Biohandel-20090802.pdf

  • Jörg Beger

    8. März 2017 at 10:00

    Wie regional ernährt sich Freiburg?

    Wie hoch ist der Anteil von regionalen Ursprungs am Gesamtverbrauch in der Stadt Freiburg, so lautete die Forschungsfrage der Studie „Regionaler Konsum Freiburg“.

    Die Studie „Regionaler Konsum Freiburg“ wurde vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) für die Stadt Freiburg durchgeführt und ist als Download zu erhalten.

    Die Frage „Wie regional ernährt sich Freiburg?“ ist auch für Transition Town Freiburg von besonderes hoher Bedeutung. Um so erfreulicher, dass dieses Thema in Deutschland erstmals in einer Studie analysiert wurde – mit Beratungstätigkeit der Agronauten.

    Dokumentation der Veranstaltung: Wie regional ernährt sich Freiburg?

    Die Audio Dokumentation der Tagung git es hier bei Radio Dreyeckland:

    https://rdl.de/beitrag/dokumentation-der-veranstaltung-wie-regional-ern-hrt-sich-freiburg

  • Jörg Beger

    8. März 2017 at 10:00

    Boliviens Regierung fördert kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe, um bis 2020 im Lebensmittelsektor komplett autark zu werden und sämtliche Lebensmittel selbst herzustellen.
    […]
    Importe sollen weiter zurückgefahren werden, um Boliviens Landwirten und lokalen Unternehmen nicht zu konkurrieren und diese so vor Arbeitslosigkeit oder Armut zu schützen.

    Hier: http://www.gegenfrage.com/bolivien-plant-komplette-lebensmittel-autarkie-bis-2020/

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