Wasser als Menschrecht – Wird Freiburg eine Blue Community?

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Wasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel, das in Freiburg wie selbstverständlich aus der Leitung kommt. Nicht überall auf der Welt ist das allerdings selbstverständlich. Das liegt manchmal schlicht daran, dass es schwierig ist in der Region an Trinkwasser zu kommen aber oftmals stehen Konzerninteressen trinkbarem Leitungswasser im Wege.

Für den Schweizer Nestlé Konzern ist der Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sondern ein Geschäftsmodell. Ohne Wasser kann kein Mensch leben – ein sicherer Absatzmarkt ist also garantiert. Deshalb unterstützt auch der Schweizer Staat die Expansionsbemühungen des Nestlé Konzerns in Brasilien. Trinkwasser kommt dort nicht aus der Leitung sondern wird gekauft. In Flaschen, großen Kanistern oder gleich in Tankwagen.

Nach dem Putsch gegen die Präsidentin Dilma Rouseff von der Arbeiterpartei kamen die neoliberalen weißen Geschäftsmänner wieder an die Regierung und vergeudeten keine Zeit. Zisternenprogramme im trockenen Nordosten wurden kaputt gekürzt und damit die autonome Versorgung mit Wasser verhindert. Eine Liste mit privatisierbaren Gütern lag natürlich schon in der Schublade. Ganz oben auf der Liste ist der Grundwasserleiter “Aquífero Guarani” – eines der drei größten Süßwasserspeicher der Erde – das sich unter Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay erstreckt.

Unser beim Agrikulturfestival war Franklin Frederick, ein brasilianischer Umweltaktivist der seit Jahren in der Schweiz gegen die Wasserprivatisierung durch Nestlé in seinem Heimatland kämpft. Er berichtete von der Situation in Brasilien.

Außerdem hatten wir Lisa Krebs zu Gast von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zu Gast. Sie ist Koordinatorin der Schweiz Blue Communities und hat die Stadt St. Gallen und Neuchâtel (Neuenburg) auf ihrem Weg zur Selbstverpflichtung als Blue Community begleitet. Sie berichtete von den Erfahrungen, die sie in diesen Prozessen gesammelt hat und bringt uns damit hoffentlich wichtige Impulse um vielleicht auch Freiburg zu einer Blue Community zu machen.

Im Anschluss diskutierten die Anwesenden gemeinsam, ob Freiburg eine „Blue Community“ werden soll und wie der Weg dort hin aussehen könnte.Ergänzende Hinweise: # Kommt nach der Klimakatastrophe die globale Trinkwassermangel? Vortrag von 2012.

 

Fabian erzählte im Interview mit Radio Dreyeckland am 6. Juli 2018 mehr über das Thema Recht auf Wasser und die Agrikulturwochen: https://rdl.de/beitrag/recht-auf-wasser-regionale-ern-hrung-sortenvielfalt

 

https://agrikulturfestival.de/event/wasser-als-menschrecht-wird-freiburg-eine-blue-community/

 

Ergänzende Hinweise:

# Bis zum letzten Tropfen – Europas geheimer Wasserkrieg. Ein Film von Yorgos Avgeropoulos für arte. 2017, hier.

# Kommt nach der Klimakatastrophe der globale Trinkwassermangel? Vortrag von Professor Dr. Werner Kirstein zu

Globalem Trinkwassermangel und regionaler Wasserverfügbarkeit, EU-Kommission plant Wasser als Handelsware (2013), hier.

# Kampf ums Wasser. Ein Film von Alexander Steinbach and Patrick Hafner für ORF, Weltjournal Reportage, 2013, hier.

# Water makes Money. Wie Konzerne aus Wasser Geld machen. Ein deutsch-französische Koproduktion von Leslie Franke und Herdolor Lorenz in Zusammenarbeit mit Jean Luc Touly, Marc Laimé, Christiane Hansen, 2010, hier. Trailer.

# Wasser unterm Hammer – Wenn aus der Haupt- die Nebensache wird. Ein Film von Leslie Franke und Hermann Lorenz. Der Film zeigt am Beispiel von Kiel, Berlin, Hamburg und London, was passiert, wenn „Private“ die Führung des Wasserwerks übernehmen. 2005, hier.

# Wasser Macht Geld. Die Privatisierung der Wasserversorgung. 2003, hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

About Jörg Beger

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  • Jörg Beger

    12. August 2018 at 18:33

    Unser Planet. Er sagt selber wortwörtlich, dass es eine „extreme Lösung“ ist, „dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird“. Er sagt, dass Wasser einen „Marktwert“ haben sollte und sagt zusätzlich „ich finde es besser, man gibt Wasser einen Wert, so dass wir bewusst sind, dass es etwas kostet“. Wir von Unser Planet Team fragen uns, wer Herrn Brabeck und seinem Konzern Nestlé das Recht gibt, zu bestimmen wie viel Wasser kostet und wer es trinken darf. Die Quellen, die Nestlé in – vor allem – Afrika für lächerliche Centbeträge ausbeutet und wo die Bevölkerung sich das in ihrem eigenen Land von Nestlé abgefüllte Flaschenwasser nicht leisten können, müssen stattdessen verdrecktes Wasser trinken, welches zu schlimmen Bauchschmerzen, chronischen Erkrankungen und schließlich, in nicht gerade wenigen Fällen zum schmerzhaften Tode führen, vor allem bei Babys und Kleinkindern. DAS IST ABSOLUT NICHT ZU RECHTFERTIGEN! NESTLÉ MUSS BOYKOTTIERT WERDEN!

    Fundstelle: https://www.facebook.com/unserplanet/videos/392841581244080/

    Da wir viele private Nachrichten bekommen haben, dass wir die Aussage des ehem. Nestlé-Chefs aus dem Zusammenhang gerissen haben, könnt ihr euch nun selber ein Bild davon machen.

    Der CEO von Nestle, Peter Brabeck, hat folgenden Satz von sich gegeben: „Wasser ist kein Menschenrecht und sollte es auch nicht sein.“
    Gleichzeitig wirbt Nestle damit, dass sie in Entwicklungsländern die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen, zB in Äthiopien. Und das tun sie immer noch, auch wenn die Hilfe schon seit Jahren beendet ist. Was jetzt mit den Äthiopiern ist? Egal, „Wasser ist kein Menschenrecht.“

    Infos zum Nestlé-Konzern und seinen Verbrechen:
    Der Konzern #Nestle ist einer der Marktführer im Lebensmittel- und Kosmetiksektor und eines der größten Unternehmen weltweit und nebenbei einer der kriminellsten Konzerne noch dazu.

    Nestle wurde die letzten Jahrzehnte mit Kritik überschüttet, ich will euch hier nen kurzen Überblick geben. Jeder dieser Informationen ist zu 100% bestätigt (und auch kein Geheimnis), deshalb braucht man auch keine Quellen angeben. Wer trotzdem welche verlangt, kann 2 Minuten in Google oder Wikipedia investieren, länger dauert das nicht.

    Durch Nestle wurden zahlreiche Regenwälder zerstört. Für einige Produkte wird Palmöl verwendet, das reicht wohl aus als Grund, um die Natur zu vergewaltigen. Die daraus entstehenden Schäden sind katastrophal und nicht bzw. nur sehr schwierig rückgängig zu machen.

    Nestle hat nachgewiesen Kinder als Sklaven auf Kakao-Plantagen eingesetzt. Menschenrechtsorganisationen haben die Zahl auf über 12.000 geschätzt. In England zB wurde der „KitKat“ Riegel solange boykottiert, bis Nestle bewiesen hat, dass die Kinderarbeit eingestellt wurde. Natürlich gibt es sie immer noch, nur über ein zwei Ecken, sodass man den Konzern nicht direkt damit in Verbindung bringt. Die Lebensmittelbranche ist wie man weiß auch nicht die einzige, in der bedürftige Kinder zu Sklaven gemacht werden.

    Nestle verwendet genetisch modifizierte Zutaten. Im Riegel „Butterfinger“ waren beispielweise solche enthalten. Wegen mangelndem Erfolg und Protesten wurde dieser vom deutschen Markt genommen. Nach eigenen Angaben sind alle Nestle Produkte in Europa frei von Gentechnik. Genetisch veränderte Nahrungsmittel, wie sie zB auch Monsanto verwendet, sind extrem schädlich und krebserregend, auch das wurde mehrfach nachgewiesen, aber die Lebensmittellobby verhindert eine Verbreitung solcher Informationen und pusht solche Konzerne weiter. Auch Merkel unterstützt Monsanto und Gentechnik im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern.

    In den 70er und 80er Jahren wurde in „3. Welt Ländern“ Milchpulver von Nestle verteilt. Die Angestellten waren wie Krankenschwestern angezogen, was Teil des Marketings (Propaganda trifft es eher) war, um Vertrauen zu erzeugen. Damals wurde es noch kostenlos verteilt, damit so viele wie möglich zugreifen. Was war die Folge daraus? Die Mütter gewöhnten sich daran und hörten auf ihre Kinder zu stillen, was sie irgendwann auch nicht mehr konnten, selbst wenn sie wollten. Das bedeutet, für die Nahrung ihrer Kinder waren sie komplett abhängig von Nestle, das Milchpulver mussten sie dann natürlich auch kaufen. Dieses wurde meistens auch noch mit schmutzigem Wasser gemischt, weil in vielen Entwicklungsländern sauberes Wasser alles andere als selbstverständlich war bzw. ist. Dadurch war die Säuglingssterberate extrem hoch. Entweder man war zu arm für Nestles Milchpulver oder man hatte keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nestle oder stirb. So lief das. Es gab daraufhin massive Proteste. „Nestle kills Babys“ hieß es damals. Skrupellosigkeit ist halt immer noch der schnellste Weg zu Reichtum.

    Das alles war noch „harmlos“ im Vergleich zu dem was jetzt kommt:
    Nestle macht riesige Gewinne, indem sie das Grundwasser in Flaschen abfüllen und verkaufen. In den meisten Ländern muss es nicht mal gereinigt werden. Dadurch dass sie große Mengen des Grundwassers zur Oberfläche abpumpen, sinkt der Grundwasserspiegel. Die Bewohner des betroffenen Gebietes können es also nur noch schwer erreichen, da es viel tiefer als vorher ist. Außerdem wurde mehrmals festgestellt, dass es dann auch nicht mehr so sauber wie vorher war. Dies hat alles zur Folge, dass die Bewohner für sauberes Trinkwasser von Nestle abhängig werden. Das Problem ist: in vielen Ländern kann sich der normale Bürger dieses gar nicht leisten! In Pakistan ist ein durchschnittlicher Tageslohn geringer als der Preis für eine Flasche Wasser („Pure Life“ ist dort populär). Ich hab selbst pakistanische Wurzeln und bin auch ab und zu dort. Das Leitungswasser ist nicht trinkbar, man muss schon sehr lebensmüde sein, auch nur einen Schluck davon zu nehmen.
    Also im Prinzip sieht es so aus: Nestle nimmt das saubere Grundwasser, zu dem die meisten Leute Zugang haben (durch Brunnen zB), gibt künstliche Mineralien dazu und verkauft es zu Wucherpreisen. Durch die riesigen Mengen, die sie abpumpen, sinkt der Grundwasserspiegel, sodass die normalen Bürger sich nicht mehr darauf verlassen können.
    Man denkt jetzt vielleicht, „das müsste doch illegal sein“.
    IST ES ABER NICHT!!!
    In den meisten Staaten ist die Gesetzgebung so: der Landbesitzer hat auch das Eigentum am Grundwasser und darf soviel davon abpumpen wie er will. Also Nestle der Riesenkonzern kauft einfach Land ab und beutet das Volk ganz legal aus. Kein Problem.
    Davon betroffen sind zig Länder. Bekannte Beispiele sind Brasilien und Pakistan, aber auch sehr viele andere afrikanische, südamerikanische und asiatische Länder.
    Alleine von der Marke „Pure Life“ wurden 2008 5 Milliarden Liter verkauft (und das ist nur ein Produkt, es gibt noch viele andere Flaschenwasser-Marken von Nestle!). Wie viel Profit haben sie wohl daraus gemacht? Hier mal ein Beispiel:
    In einigen Gebieten der USA und Kanada hat Nestle die Kontrolle über die gesamten Wasserressourcen. Was man dort für 10$ abpumpt, wird für 50.000$ verkauft! In manchen Orten ist Wasser teurer als Benzin, kann man sich das als Deutsche/r vorstellen?

    Nestle selbst sieht sich als „Weltretter“, die das weltweite Wasserproblem lösen. Und die meinen das wirklich ernst! Das Marketing ist entsprechend. Es wurde beispielsweise vor einigen Jahren behauptet New York bräuchte Flaschenwasser, weil das Leitungswasser verschmutzt ist… was natürlich absoluter Quatsch ist. In Pakistan hat man massiv Propaganda gemacht, um auf die Schäden vom Leitungswasser (, was wie gesagt ohnehin keiner trinkt) aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wurden Gesundheitsminister bestochen, um zu verbreiten, dass lokale Wassermarken verschmutztes Wasser verkaufen, was natürlich ebenfalls gelogen war. Die Umsätze von Nestle sprechen Bände, dass die Propaganda mehr als funktioniert hat. Vor ca. 2 Jahren war ich das letzte mal dort und wusste noch nicht, was Nestle alles getan hat und hatte das Gefühl, dass Nestle sehr beliebt ist und ein gutes Image hat. Die Leute dort wissen eben auch nicht, was im Hintergrund der Wirtschaft passiert und in Großstädten interessiert der Grundwasserspiegel auch keinen, weil sich viele die Wasserflaschen leisten können.

    Nestlé hat bei Flaschenwasser einen Marktanteil von 19%, Tendenz deutlich steigend! Für die nächsten Jahre werden sogar 50% für realistisch gehalten. Runden wir auf, auf 20%. Das würde bedeuten, jede 5. Wasserflasche, die irgendwo auf der Welt gekauft wird, ist von Nestle. 19%!!! Aber „Wasser ist kein Menschenrecht“. Andere Konzerne wie Danone, Pepsi und Coca Cola haben ebenfalls einen großen Marktanteil. In Zukunft wird es sehr wahrscheinlich ein Wassermonopol geben, genau wie es bei Benzin, Energie und auch den anderen Ressourcen (Lebensmittel und Geld) der Fall sein wird. Genau deswegen ist „Wasser kein Menschenrecht“.

    Wie ich bereits sagte sind all diese Informationen absolut bestätigt und leicht zu recherchieren. Jedem, der mehr über das Thema wissen will, empfehle ich die Doku „Bottled Life“, die 2012 sogar im Kino zu sehen war.

    Abschließend wollen wir nur noch einen Fakt nennen, der euch hoffentlich zum Nachdenken anregt:

    Es sterben mehr Kinder durch Wassermangel bzw. verschmutztes Wasser, als durch Kriege oder AIDS.

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