Die Ansiedlung von Gemüsebauern im Gemeindegebiet fördern

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Die Präfektur Tarn ist Vorreiter für die städtische Landwirtschaft in Frankreich

Bis 2020 sollen alle Einwohner der Stadt Albi Zugang zu Nahrungsmitteln haben, die in einem Umkreis von 60 Kilometern rund um die Präfektur Tarn produziert werden. Auch auf der Speisekarte: städtische Landwirtschaft, geteilte Gärten und kurze Wege.

Eine Premiere in Frankreich

Ein leichter Hauch von grüner Revolution schwebt in der Luft. Die Stadtverwaltung von Albi machte Anfang 2016 bekannt, dass sie sich eine ambitionierte Aufgabe gestellt hat: Albi will bis 2020 die Selbstversorgung mit Lebensmitteln erreichen. In Frankreich ist das eine Premiere für eine Stadt dieser Größe mit 51.000 Einwohnern. In einem Umkreis von 60 Kilometern sollte die landwirtschaftliche Produktion in ausreichender Menge die Bedürfnisse der Bevölkerung decken können. Eine Utopie, die sicherlich Umdenken verlangt und die kurze Wege zum Verbraucher bevorzugt. „Ich will keine Produkte aus weiter entfernten Gegenden verbieten“, versichert Jean-Michel Bouat, der stellvertretende Bürgermeister, der an diesem Projekt beteiligt ist, „aber die Kohlenstoffbilanz geht uns alle an.“

Das zweite Projekt: Die Versorgung der Stadt sichern im Falle einer Lebensmittelkrise. „In Albi haben wir lediglich Nahrungsmittelvorräte für fünf Tage“, äußert er bedauernd. Jedenfalls ist die Jagd nach gesunden Lebensmitteln auf den Tellern eröffnet.
„Wenn ein Landwirt seinen Kunden die Hände schüttelt, stellt er sich eher die Frage, was er auf seinen Feldern anbauen sollte“, bekräftigt der Volksvertreter der Parti radical, der sich selbst als „Ökopo-Zentristen“ definiert.

Die Ansiedlung von Gemüsebauern im Gemeindegebiet

Rund um Tarn erstreckt sich eine riesige, nicht baureife Brachfläche von 73 Hektar, die mit dem Fahrrad vom Stadtzentrum aus in 15 Minuten zu erreichen ist. Willkommen in Canavières, einem echten Gemeinde-“Laboratorium“, in dem sich „Stadtbauern“ ansiedeln können. Die Gemeinde erwirbt auf dem Wege des Vorkaufsrechts Land, dann verpachtet sie kleine Parzellen bis zu einem Hektar an freiwillige Neulinge im Gemüseanbau (wörtlich: Neu-Gemüsebauern), die sich an den Beruf heranwagen wollen.

 

Originalartikel im Le Figaro mit dem Titel: „Comment la ville d’Albi veut conquérir son autosuffisance alimentaire“ von Paul Carcenac.

 

Ergänzende Hinweise:

17 Ziele für die nachhaltige und resiliente Kommune

http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2016/04/14/01016-20160414ARTFIG00180-comment-la-ville-d-albi-veut-conquerir-son-autosuffisance-alimentaire.php

http://www.mairie-albi.fr/lautosuffisance-alimentaire-%C3%A0-albi

http://lumieresdelaville.net/paroles_urbs/albi-premiere-ville-de-france-a-atteindre-lautosuffisance-alimentaire/

 

 

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