Effektivität ist wichtiger als Effizienz

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Eine »krisenfeste« Region und somit auch ihre Ökonomie ist bestrebt, dass das Leben in der Region auch in turbulenten Zeiten funktioniert und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibt. Im Fokus steht mehr die Effektivität als die Effizienz. Nicht allein der günstige Preis ist relevant, Sondern auch die Herkunft und Entstehung eines Produkts. Dabei kommt es darauf an, dass sich die Region – bis zu einem bestimmten Grad – selbst versorgen kann. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts ist dabei nicht der Maßstab. Die Bereitstellung von Basisgütern sowie handwerkliche Berufe gewinnen in einer »krisenfesten« Region ebenso an Bedeutung wie Ehrenamt und informelle Arbeit.

Zwar sollte man annehmen, dass die Kommunen und dort die relevanten Branchen bereits umfangreiche Konzepte haben, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Doch in der Praxis ist das nur schwer erkennbar.

Kopatz, Michael: Wirtschaft ist mehr! Wachstumsstrategien für nachhaltige Geschäftsmodelle in der Region. Das Buch zur »Wirtschaftsförderung 4.0«. Oekom Verlag; München. 2021, Seite 24.

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  • Jörg

    21. Mai 2022 at 09:10

    Was ist der Zusammenhang von Effizienz und Resilienz?

    Bernard Lietaer (2010): Effizienz ist die Fähigkeit eines Systems, jedes Volumen pro Zeiteinheit verarbeiten zu können. Wir haben jetzt ein extrem effizientes Finanzsystem. Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems, eine Veränderung der Rahmenbedingungen, eine Krankheit, eine Katastrophe etc. zu überleben. Das sind zwei Variablen, die nichts miteinander zu tun haben. Allerdings: Ein System ist so lange effizient, bis es kollabiert, weil es nicht resilient sein kann. Ein Zuviel an Resilienz bedeutet Stillstand. Mit einer Million Währungen kann es keine Wirtschaft geben. Der Euro ist eine gute Idee. Dass wir jetzt alles im Euro machen, ist nicht gut. Nehmen wir Griechenland. Das wird nicht das letzte Euroland sein, das in ernste Schwierigkeiten gerät. Der Euro ist ein Hammer. Ein gutes Werkzeug zum Nägeleinschlagen. Aber wir müssen Schrauben drehen oder tackern oder sonst was und brauchen daher einen Werkzeugkasten.

    Der belgische Finanzexperte Bernard Lietaer, geboren 1942, war Berater, Manager, Währungsspekulant und in der Belgischen Nationalbank tätig, wo er für die Implementierung des Konvergenzmechanismus für den Euro verantwortlich war. Der Autor von 15 Büchern ist 2019 verstorben.

    Lietaer, Bernard: Der Euro ist ein Hammer… aber wir brauchen einen Werkzeugkasten, um aus der Krise zu kommen. Interview von Bettina Stimeder mit dem belgischen Wirtschafswissenschafter Prof. Dr. Bernard Lietaer. In: Der Standard. 1.6.2010.

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