Bürgerbewegung Finanzwende

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«Letztendlich war die Finanzlobby immer stärker als wir», sagt Gerhard Schick und erklärt, warum er im Dezember 2018 sein Mandat im Deutschen Bundestag niedergelegt hat.

Der Finanzpolitiker möchte neue Wege gehen. Er hat zusammen mit anderen Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalisten und Anwälten die Bürgerbewegung Finanzwende ins Leben gerufen. Schick möchte das Kräfteverhältnis in der Finanzpolitik korrigieren, um Gemeinwohlinteressen mehr Gewicht zu geben. So fordert die Bewegung in ihrem ersten Appell, zehn Jahre nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, endlich Konsequenzen zu ziehen. Denn die meisten Probleme, auf die die Finanzkrise zurückzuführen war, existieren nach wie vor. Grossbanken sind heute noch grösser als 2008 – die »Too big to fail»-Problematik wurde somit verschärft. Die Bewegung fordert eine tatsächliche Ursachenbekämpfung, die die grundlegenden Pfeiler des heutigen Finanzwesens hinterfragt.

«Im Moment produziert der Finanzsektor Probleme», erklärt Schick, «aber er könnte eigentlich helfen, Probleme wie die Klimakrise zu überwinden. Indem das Geld in die richtigen Bahnen gelenkt wird, wie zum Beispiel Investitionen in erneuerbare Energie, oder indem Kundinnen und Kunden nachhaltige Finanzprodukte finden können. Häufig gibt es diese Produkte in irgendwelchen Schubladen, aber der Berater am Schalter bietet sie nicht an.»In Deutschland gibt es über eine Million verschiedene Finanzprodukte. Wer blickt da noch durch oder hat den Überblick? Gerhard Schick glaubt an eine Zukunft mit weniger und besseren Finanzprodukten. Doch er betont, es gehe nur dann, wenn alle mitmachen, die heute das Gefühl haben, nichts mehr zu verstehen.

www.finanzwende.de

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