Essen und Trinken ohne Glyphosat

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Die Akte Glyphosat. Die Buchvorstellung und Deutschlandpremiere mit Helmut Burtscher-Schaden und Harald Ebner MdB fand am 21.9.2017 in der Bauernakademie Schloss Kirchberg statt.

Das Thema Glyphosat schlägt ein weiteres Mal hohe Wellen: haben die Behörden ihre Risikobewertung einfach von Monsanto abgeschrieben? Ist der globale Pflanzenvernichter Nummer eins krebserregend oder harmlos? Wird der Stoff Ende 2017 neu zugelassen oder verboten? Gekaufte Studien, Monsanto-Mails, geheime Dokumente: Helmut Burtscher-Schaden, Biochemiker und Glyphosat-Experte der österreichischen Umweltorganisation Global 2000, hat ein investigatives Sachbuch über den Glyphosat-Krimi geschrieben, das er jetzt in Kirchberg/Jagst erstmals in Deutschland vorgestellt hat. Rund 50 Interessierte kamen in die Bauernakademie Schloss Kirchberg. Nach der Begrüßung durch Rudolf Bühler, Vorsitzender Stiftung Haus der Bauern, erlebten sie einen spannenden Vortrag.

Glyphosat ist überall: Das meistverkaufte Pestizid der Welt begegnet uns in Äckern, auf Feldern und in Flüssen. Wir essen es im Brot, trinken es im Bier und tragen es im Körper. Kein Problem, beruhigen die Zulassungsbehörden und Hersteller: Der Unkrautvernichter sei bestens untersucht und sicher. Stimmt nicht, widerspricht die Krebsforschungsagentur der WHO, die das Pflanzengift 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft hat. Doch wie konnten die Zulassungsbehörden jahrzehntelang in denselben Tierstudien „keine Hinweise“ auf eine krebserregende Wirkung erkennen, in denen die Krebsforscher der WHO „ausreichende Beweise“ fanden?

Die Suche nach einer Antwort führt den Autor Helmut Burtscher in die US-amerikanischen Behörden-Archive der 1970er und 80er Jahre und schließlich zu den Dokumenten des Europäischen Zulassungsverfahrens der Gegenwart. Die Details, die er dabei rund um die geheimen Studien von Monsanto & Co. ans Licht fördert, geben verstörende Einblicke in die Verstrickungen zwischen Industrie, privaten Prüfinstituten und Kontrollbehörden. Sie entlarven ein System, das es den Herstellern von Chemikalien ermöglicht, die Gefahren und Risiken ihrer Produkte herunterzuspielen. Letztendlich bleibt die Frage: Wem lassen unsere Regierungen mehr Schutz angedeihen – Konzerninteressen oder unserer Gesundheit?

 

Ergänzende Hinweise:

  # Presseecho in Hohenloher Tagblatt, 7.10.2017

 # Neuigkeiten zur Akte Glyphosat, hier.

# Grüner wird’s nicht: Graswurzelbewegung gegen Glyphosat. Fünf Jahre soll das Pflanzengift Glyphosat noch zugelassen sein, wenn es nach dem aktuellen Votum des EU-Parlaments geht. Doch einige Gemeinden in Bayern wollen früher Schluss machen: Haßfurt in Unterfranken hat Glyphosat eigenmächtig verboten und begründet den Schritt mit dem Rückgang zahlreicher Insektenarten. Beitrag bei br quer am 26.10.2017, hier.

 # Tote Tiere – Kranke Menschen. Ein Film von Andreas Rummel mdr/arte, 45 Minuten. 2015.

 # Roundup – Der Prozess. Ein Film von Marie-Monique Robin. arte, 89 Minuten, 2017, hier.

# Glyphosat: Der Kampf um die Wahrheit. Umweltinstitut München. 2017, hier.

 # EU-Streit um Glyphosat-Zulassung. arte 12.09.2016, hier.

# Pestizide: Pflanzenschutz mit Nebenwirkungen. Faszination Wissen Bayerischer Rundfunk 15.9.2016, hier.

 # Glyphosat und die dubiose Rolle deutscher Behörden. Ein Beitrag von Andreas Rummel in der Sendung „Frontal 21“, der am 29.09.2015 im ZDF, hier.

 # Gift im Acker – Glyphosat, die unterschätzte Gefahr? Ein Film von Volker Barth. Sendung vom 2.11.2015 auf WDR (Sendereihe „die story“), hier.

 # Das tägliche Gift. Risiko Pestizide. Ein Film von Renate Werner. ZDF, 45 Minuten, 13.11.2013, hier.

 # Das stille Gift. Wenn Pestizide krank machen. Ein Film von Andreas Wunn und Tobias Haucke. ZDF, 30 Minuten, 8.5.2013, hier.

  # Glyphosat – Das umstrittenste Pflanzengift der Welt. Ein Dossier von Andreas Rummel, hier.

  # Unser täglich Gift. Wie unsere Lebensmittel uns krank machen.  Ein Film von Marie-Monique Robin. arte, 105 Minuten, 2010, hier.

  # Monsanto – Mit Gift und Genen. Ein Film von Marie-Monique Robin. WDR/arte, 109 Minuten, 2008,  hier.

  # Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes. Ein Denkmalfilm von Bertram Verhaag, 88 Minuten, 2010. Trailer hier.

  # Árpád Pusztai – Whistleblower. Ein Film von Bertram Verhaag. 45 Minuten, 2010. Trailer, hier.

  # Percy Schmeiser – David gegen Monsanto. Ein Film von Bertram Verhaag, 65 Minuten, 2008. Trailer hier.

 # Tote Erde. Der Krieg ums Saatgut. Ein Film von Kai Krüger und Bertram Verhaag. 45 Minuten, 2001, hier.

 # Bayer schluckt Monsanto. Ein Film von Michael Heussen und Ingolf Gritschneder. WDR, 15 Minuten. 2016, hier.

 # Bauern in der Klemme. Welche Zukunft hat die Landwirtschaft in Deutschland? Ein Film von Jörg Laaks und Tanja Reinhard. WDR, Die Story. 45 Minuten, 2017, hier.

 # Agrarwende. Bauer sucht Zukunft. swr odysso, 45 MInuten. 14.9.2017, hier.

 # Bauer sucht Zukunft. Eine ökologischere Landwirtschaft ist möglich. 3sat nano, 29 Minuten. 5.9.2017, hier.

 # Permakultur – Zukunftweisende Landwirtschaft? Beitrag in swr odysso, 7 Minuten. 14.09.2017, hier.

 # Glyphosat und die Ernährung – Wir haben es satt! Leben mit der Energiewende TV – 270. Sendung – Erstausstrahlung: 23. Januar 2017, hier.

# Gutes Soja – schlechtes Soja. Ein Film von Marco Keller. ZDF planet e am 20.10.2013, hier.

 # Die dünne Haut der Erde. Ein Film von Ute Gebhardt. 3sat, 30 Minuten, 2012, hier.

# Humus – Die vergessene Klimachance. Ein Film von Wolfgang Scherz und Werner Huemer. 74 Minuten, 2009, hier.

# Bové, José; Dufour, François: Die Welt ist keine Ware. Bauern gegen Agrarmultis. Rotpunktverlag: Zürich. 2. Auflage 2001.

# Löwenstein, Felix zu: Food Crash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht. Pattloch Verlag. 2011.

 # Urhahn, Jan; Pohl, Christine: Agrarwende jetzt! In Nord und Süd gleichermaßen. Warum es so wichtig ist, das Konzept der Ernährungssouveränität umzusetzen. In: INKOTA-netzwerk (Hrsg.): Ernährungssouveränität. Für eine Landwirtschaft mit Zukunft. Südlink, September 2016, Heft 177.

 # Urhahn, Jan; Pohl, Christine: Die Alternativen: Agragökologie und Solidarische Landwirtschaft. In: Le monde diplomatique, ua. (Hrsg.): Konzernatlas  – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie. 10.1.2017, hier.

 # FIAN Deutschland, ua. (Hrsg): Besser anders, anders besser: Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten. 2017, hier. Die Broschüre arbeitet heraus, welche Alternativen bereits erfolgreich umgesetzt werden. Sie analysiert, welche politischen Instrumente nötig sind, um Agrarökologie zu unterstützen und weiter zu verbreiten, und lädt dazu ein, sich für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Neuorientierung in der Landwirtschaft einzusetzen.

„Agrarökologie schafft Alternativen zur kapitalintensiven, von Konzerninteressen geleiteten industriellen und exportorientierten Landwirtschaft. Bauern und Bäuerinnen finden Anerkennung als zentrale Akteure im Ernährungssystem, man arbeitet mit der Natur statt gegen sie, lokale Märkte werden gestärkt und die Unabhängigkeit von Erdöl, Chemie und Gentechnik gefördert.“

 

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Comment

  • Jörg Beger

    30. Oktober 2017 at 21:50

    Kunzenhof Newsletter, 27.10.2017

    Liebe Mitglieder, Fördermitglieder und Freunde des Lernort Kunzenhof,

    Die Ernten von Wiesen, Feldern und Gärten sind weitgehend eingebracht. Dankbarkeit erfüllt den goldenen Oktober.

    Keinen Dank erfahren 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr, die im Müll landen. Dabei sind noch nicht mitgerechnet Millionen Tonnen kostbares Gemüse, das nicht den „Marktnormen“ in Form, Aussehen oder Makellosigkeit entspricht und erst gar nicht auf dem Markt landet, sondern entweder gleich untergepflügt oder anderweitig „entsorgt“ wird – auch vor unserer Haustüre!

    Warum wird so viel auf riesigen Feldern produziert, was niemand braucht?

    Seit heute, Donnerstag, 26. Oktober 2017 wissen wir, dass die Entscheidung um das endgültige Verbot des größten Totalpflanzengiftes Glyphosat vertagt wurde. Jetzt dürfen erstmal alle die wollen ihre Felder vor dem Winter „totalsauber“ machen, jedes Gräslein und Kräutlein vergiften, bevor im Frühjahr die einzig „gewünschte“ Saat in den Boden kommt. Freuen tut sich nur einer, das Chemie- und Saatgutunternehmen Monsanto, Weltmarktführer bei Totalherbiziden, größter Hersteller von genverändertem Saatgut (Marktanteil 90%).

    Jetzt wissen wir auch, warum wir keine „Fliegengitter“ mehr brauchen, Kinder Schmetterlinge bald nur noch aus dem Bilderbuch kennen: 70-80% der geflügelten 6- Beiner sind aus unserer schönen Welt verschwunden. In Folge davon hat Deutschland in wenigen Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren.
    Wissenschaftler und Bauernverband rätseln über Ursachen und fordern weitere Ursachenerforschung!

    Mehr Verantwortung für die nächsten Generationen haben 1,3 Millionen EU–BürgerInnen, die in ihrer Wahrnehmung und Meinung weniger abhängig von Konzernmächten sind. Sie fordern ein sofortiges Verbot von Glyphosat.
    Hier können Sie mit Ihrer Unterschrift oder Spende dazu beitragen.

    Bei unserem Bemühen um eine zukunftsfähige Welt laden wir Sie und Euch zu unseren nächsten öffentlichen Veranstaltungen ein.

    Für die Mitwirkenden am Lernort Kunzenhof,

    Gabriele Plappert

    http://www.kunzenhof.de/

  • Jörg Beger

    6. November 2017 at 21:34

    Auf die Straße am 20. Januar 2018 –
    Der Agrarindustrie die Stirn bieten!

    Am 20. Januar lädt die Bundesregierung zur weltgrößten Agrarmesse „Grüne Woche“ LandwirtschaftsministerInnen aus der ganzen Welt nach Berlin ein. Gerade im Amt steht die neue Regierung dann im Licht der Weltöffentlichkeit. Der perfekte Moment für uns: Während drinnen bei der Agrarministerkonferenz über unser Essen und unsere Landwirtschaft entschieden wird, machen wir draußen Druck für die globale Agrar- und Ernährungswende und für fairen Handel.

    Vier weitere verschenkte Jahre können wir uns in Deutschland nicht leisten. Dringender denn je brauchen wir eine bäuerliche, ökologischere Landwirtschaft und gesundes Essen für alle! Doch wer etwas verändern will, legt sich mit der mächtigen Agrarlobby an. Deswegen werden wir – die kraftvolle, bunte, lautstarke Bewegung – den Konzernen die Stirn bieten und die neue Regierung in die Pflicht nehmen.

    Gemeinsam für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft, gesundes Essen, artgerechte Tierhaltung, globale Bauernrechte und fairen Handel!

    http://www.wir-haben-es-satt.de/start/home/aufruf/

  • Jörg Beger

    16. November 2017 at 22:41

    Umwelt Institut München e.V.
    Newsletter vom 10.11.2017. hier:

    http://newsletter.umweltinstitut.org/m/6943057/747208-88952ed7926121ec5e742dbae92f3b38

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