Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft

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Anders Wohnen – Neue urbane Wohnkultur – stadtnahe Agrarflächen bewahren… Wohnraum ist eine knappe Ressource – das wird in den letzten Jahren immer deutlicher. Die Immobilienpreise in den Metropolen steigen, klassische Konzepte des Wohnungsbaus können dem Bedarf nicht mehr gerecht werden.

Diese Herausforderungen haben eine stille Revolution in der zeitgenössischen Architektur ausgelöst: das Bauen und Wohnen im Kollektiv. »Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft« war die erste Ausstellung, die dieses Thema umfassend beleuchtete und räumlich erfahrbar macht. Anhand von Modellen, Filmen und Wohnungen im Maßstab 1:1 präsentiert sie eine Vielzahl von Beispielen aus Europa, Asien und den USA. Historische Vorläufer veranschaulichten zugleich die Geschichte der gemeinschaftlichen Architektur – von den Reformideen des 19. Jahrhunderts bis hin zur Hippie- und Hausbesetzerszene, die mit dem Slogan »Make love, not lofts« antrat…

Die Präsentation der Modelle als imaginäre Stadt veranschaulichte zudem, dass Stadt und Wohnraum, Öffentlichkeit und Privatsphäre in vielen gezeigten Projekten nicht mehr klar getrennt, sondern auf neue Weise miteinander verwoben sind.

Was das konkret bedeutet, erfuhren die Besucher, wenn sie im dritten Ausstellungsbereich das 1:1-Modell einer sogenannten Clusterwohnung betraten und gemeinschaftliche Bereiche sowie private Räume durchstreiften. Grundrisse und Hintergrundinformationen zeigten, wie das neue Wohnen in Gemeinschaft umgesetzt wird. Ergänzt wurde der Nachbau durch Fotografien von Daniel Burchard. Er hat acht Projekte in mehreren Ländern besucht und die neue Form des Zusammenlebens für die Ausstellung dokumentiert. Dabei wurde deutlich, dass viele der neuen Wohnkollektive auch deshalb ein Labor gesellschaftlicher Entwicklungen sind, weil sie neue Verbindungen von Wohnen und Arbeiten erproben, die erst dank der Digitalisierung möglich geworden sind. Die Ausstellung im Design-Museum in D-79576 Weil am Rhein schloss am 10.09.2017 um 18 Uhr. Ausstellungskataloge sind noch im MuseumsShop erhältlich und beim Autor einzusehen.

 

Ergänzende Informationen:

 # Co-housing. Film-Reportage 2014.

# Alle Bolo’bolo oder was? In Zürich wurden in den letzten Jahren Wohutopien wahr. Engagierte denken aber schon viel weiter, von Erika Burri in: Züricher Tagesanzeiger 9.10.2014, hier lesen.

 # D’Idler, Martin: »bolo’bolo« (1983) von P.M.. Der Entwurf eines globalen Anarchismus als neuer Klassiker der Utopie. In: UTOPIE kreativ. Jahrgang 2007, Heft 205, Seite 1066-1071, hier.

bolo’bolo von P.M. in: Kurswechsel. Zeitschrift für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen. Jahrgang 2005, Heft 1, Seite 52-57, hier lesen.

 

P.M.: »bolo’bolo«. Zürich: Paranoia City Verlag, 1983. Die Geschichte, hier lesen.

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