Prosumentenkooperation: Gemeinschaftsorientiert wirtschaften

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Neues zu altbewährtem Genossenschaftsprinzip

Genossenschaften sind noch keine 200 Jahre alt, ihre Grundidee, dass der Mensch gemeinsam stärker ist als alleine, wurde schon früher zuweilen beherzigt. Aus den Selbsthilfeorganisationen von Handwerkern und Bauern wurden große Konsum und Warengenossenschaften, Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Die Rechtsform der Genossenschaft ist auch für neue Herausforderungen oder Entwicklungen interessant. „Es hat seit den 1990er Jahren eine zunehmende Gründung von Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften gegeben“, sagt der Freiburger Burghard Flieger. Der promovierte Volkswirt und Soziologe beschäftigt sich seit 35 Jahren mit Genossenschaften und hat der Prosumentenkooperation“ ein eigenes Buch gewidmet. Der sperrige Titel bedeutet, dass Produzenten von Waren und Dienstleistungen zugleich auch deren Konsumenten sind.

Die Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft gibt es vor allem in der Landwirtschaft, bei den erneuerbaren Energien und im IT-Bereich“, hat der Freiburger festgestellt. In der Landwirtschaft hat es mit der „solidarischen Landwirtschaft“ begonnen. Das Prinzip: Konsumenten scharen sich um einen oder mehrere Erzeuger und garantieren durch die Abnahme der Produkte für den Bestand von Höfen. Das kann durch Vorauszahlungen, Abonnements oder eben durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe geschehen.

 

Literaturhinweis:

Flieger, Burghard: Prosumentenkooperation. Geschichte, Struktur und Entwicklungschancen gemeinschaftsorientierten Wirtschaftens in der Ernährungswirtschaft am Beispiel der Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften. 2016. Verlagsangaben hier lesen.

Informationsveranstaltungen zur Genossenschaftsgründung der Innova eG im Projektbüro Freiburg im Breisgau, hier.

 

 

Weitere Hinweise:

explanity: Genossenschaft einfach erklärt. Erklärvideo. 2016. Hier ansehen.

Genossenschaftsidee. Genossenschaft – einfach erklärt. Die „Genossenschaftsidee“ wird im März 2015 als erster Vorschlag aus Deutschland für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der UNESCO eingereicht. Mit der Bewerbung erhält die UNESCO diesen Film. Hier ansehen.

Münkner, Hans: Kooperative Wirtschaftskulturen und rechtliche Rahmenbedingungen von Genossenschaften im internationalen Raum. Vortragsvideo an der Freien Universität Bozen in Brixen am 9. November 2015. Hier ansehen.

Mondragon (Hrsg): Genossenschaftsvereinigung MONDRAGON. Video – Diaporama. 2014. Hier ansehen.

Gewinn für alle. Sind Genossenschaften das Wirtschaftsmodell der Zukunft? Ein Fim von Andrea Roth mit Burghard Flieger ua.. 2013. Hinweise hier.

Gemeinsam statt einsam – der Boom der Genossenschaften. Deutsche Welle Politik direkt. 29.6.2012. Hier ansehen.

Exner, Andreas; Kratzwald, Brigitte: Solidarische Ökonomie & Commons. kritik & utopie. Reihe: INTRO Taschenbuch. 2012. Hier probelesen.

Voß, Elisabeth: Grundlagentexte zur solidarischen Ökonomie. Online hier lesen.

Altvater, Elmar; Sekler, Nikola Sekler (Hrsg.): Solidarische Ökonomie. Reader des Wissenschaftlichen Beirats von Attac. 2006. Verlagshinweise hier.

Exner, Andreas: Reform oder Raiffeisen? Fragen zur Solidarischen Ökonomie. In: Streifzüge, Jahrgang 2006, Heft 38. Hier lesen.

Flieger, Burghard: Wir-Gefühl statt Ich-AG. In: Publik-Forum, Jahrgang 2005, Heft 6. Hier lesen.

Flieger Burghard: Nutzerorientierung statt Investorientierung. In: CONTRASTE, Jahrgang 2005, Heft April, Seite 11. Hier lesen.

Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens (Herausgeber), Paritätische Berufsakademie (Herausgeber), Flieger, Burghard ua.: Sozialgenossenschaften. Wege zu mehr Beschäftigung, bürgerschaftlichem Engagement und Arbeitsformen der Zukunft. 2003. Verlagshinweis hier.

Flieger, Burghard: Produktivgenossenschaft als fortschrittsfähige Organisation. Theorie, Fallstudie, Handlungshilfen. 2. Auflage. 1997. Verlagshinweis hier.

 

 

 

 

 

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