10 Milliarden – Wie werden wir alle satt? Bis 4.4. online

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Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Wo wird dann die Nahrung für alle herkommen? Wird es die industrialisierte Landwirtschaft schaffen, genug auf unsere Teller zu bekommen? Soll sich zukünftig jeder vegetarisch ernähren oder sind Insekten die neue Proteinquelle? Wie geht es mit der Massentierhaltung weiter oder kann Fleisch auch künstlich in Laboren hergestellt werden? Was wäre, wenn wir unsere eigene Nahrung jeweils selbst anbauen?

Regisseur, Bestseller-Autor und Food-Fighter Valentin Thurn sucht weltweit nach Lösungen. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Grundlage für ihre Ernährung zerstört, erkundet er die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken.

Ohne Anklage, aber mit Gespür für Verantwortung und Handlungsbedarfmacht der Film klar, dass es nicht weitergehen kann, wie bisher.

Aber wir können etwas ändern, wenn wir wollen.

Jeder von uns hat ja auch Handlungsspielraum und es ist nicht nötig, in Pessimismus zu verfallen. Die Aussicht auf „10 Milliarden“ wird durchaus auch von den Geschäftsinteressen der Großkonzerne missbraucht, um Angst zu verbreiten und die eigenen Lösungen durchzudrücken. Ich sage nicht, dass alles, was dort passiert, brandgefährlich ist, aber man sollte die Motivation hinter den vermeintlich heilsbringenden Innovationen sehen. Mir selbst liegt es fern, einfache Lösungen zu präsentieren. Was heißt schon „Esst regional“? Über Regionalität, Saisonalität muss man sich auch erst mal informieren können (Valentin Thurn, 2015).

 

Ich muss nicht zwangsläufig an Hungerbäuche denken, wenn ich mein Essen aus einer lokalen Bauerngemeinschaft beziehe  die jedoch nie das Idyll darstellt, das wir aus Kinderbüchern oder von den fröhlichen Kühen auf Milchpackungen kennen – selbst in der Bio-Variante nicht.

In der Landwirtschaft hat man es täglich mit Gedeih und Verderb zu tun. Wir Städter haben dazu keinen direkten Zugang mehr, sondern müssen bei der Unterscheidung zwischen gut und schlecht auf Krücken wie das Mindesthaltbarkeitsdatum vertrauen.

10 MILLIARDEN versucht auch, etwas Grundwissen über Landwirtschaft zu vermitteln, um einschätzen zu können, wie und wo man wirkliche Qualität erhält. An der Distanz, die zwischen Bauern und Verbrauchern entstanden ist, leiden auch die Landwirte. Durch die Billig-Entscheidungen der Konsumenten sind sie zu Praktiken wie unfreiwilliger Vergrößerung der Betriebe gezwungen. Der Bauernverband gibt vor, die Interessen der kleinen Landwirte zu vertreten, ist aber für kompletten Freihandel, der die Kleinen kaputt macht (Valentin Thurn 2015).

ARD Mediathek

Aus dem Interview mit Valentin Thurn (2015):

„Laut Marktforschung sind 25 Prozent der Konsumenten ansprechbar für die Frage „Wo kommt mein Essen her?“ – mehr als doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. 75 Prozent ist es jedoch nach wie vor egal. Diese Menschen kaufen nach Preis und halten alles andere für Schaumschlägerei. Das muss man auch wissen.“

 # Regisseur und Autor Valentin Thurn im West Art Talk über sein neues Buch „Harte Kost“ und den Kinofilm „10 Milliarden“, hier.

 # Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt
Lesung und Gespräch mit Valentin Thurn, hier ansehen.

 # Zur Preview seines neuen Dokumentarfilms „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“ kam Regisseur Valentin Thurn nach Stuttgart, wo er sich im Delphi Arthaus Filmtheater den Fragen des Publikums stellte, hier sehen.

 

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