Klima und die vergessene Bedeutung des Wassers

By : Categories : Gerechtes Wirtschaften,Umweltschutz,WandelGarten Vauban,Wasser Comment: 6 Comments
Prof. Dr. Wilhelm Ripl - Landschaftsökologe und Limnologe (Süßwasserökologe) - 11 / 2011 - Foto: Wolfgang Schmidt www.wolfgang-schmidt-foto.de

Prof. Dr. Wilhelm Ripl – Landschaftsökologe und Limnologe (Süßwasserökologe) – 11 / 2011 – Foto: Wolfgang Schmidt
www.wolfgang-schmidt-foto.de

Nicht der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2), sondern der Verlust verdunstungsfähiger Landschaften ist die Ursache des Klimawandels, davon ist der Landschaftsökologe Prof. Wilhelm Ripl überzeugt.

 

frau-holle-teich

Problematik Klimawandel“

Wald- und Wassermanagement als Chance !

Vortrag mit Prof. Dr. Wilhelm Ripl (i.R.)

15.-16. November 2014

Zell am Harmersbach/Unterentersbach

bearbeitet von Jörg Beger mit Unterstützung von Stefan Vey und Sarah Metzger bei Transition Town Freiburg.

Videodokumentation hier.dvd-cover-ripl-2014

Videodokumentation on demand hier.

Die ersten Minuten dieses Vortrags finden Sie kostenfrei hier.

 

Bei der Herbsttagung des Vereins für Implosionsforschung und Anwendungen e.V. Zell am Harmersbach 2014 mit dem Tagungstitel

Die Minimierung der Klimaänderung, ein Aufgabe für zukunftsfähige Gesellschaften – Die vergessene Bedeutung des Wasserhaushalts.

Ergänzende Literaturhinweise:

Heißenhuber, Alois: Landwirtschaft in der neuen Wirtschaft. Vortragsfolien. Steyr, 10. Mai 2012.

Fuhr, Lili; Moreno, Camila; Speich Chassé, Daniel: CO2 als Maß aller Dinge. Die unheimliche Macht von Zahlen in der globalen Umweltpolitik. 2016.

Ripl, Wilhelm; Scheer, Hermann: Notwendige gesellschaftliche Reformen zur Stabilisierung des Klimas und zur Lösung der Energiefragen. Memorandum zum Klimawandel. Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V. 2007

Eva von Hase-Mihalik: Klima und Wasser. Quell online. 2014.

Wilhelm Ripl im Gespräch mit Ralf Lilienthal. 2012.

Pokorny, Jan: Water for the Recovery of the Climate. A New Water Paradigm. 2007.

 

Kernaussage im Vortrag

Die zu weit über 90% der ursächlichen Gründe unserer ökologischen Malaisse sind:

  1. Die Art und Weise Bewirtschaftung der Fläche
  2. Die Art und Weise der Wasserwirtschaft

Über Prof. Dr. Wilhelm Ripl:

Wilhelm Ripl wurde 1937 in Niederösterreich geboren und besuchte dort von 1948 – 1956 das Humanistische Gymnasium im Stift Seitenstetten. Er studierte von 1956 – 1960 Technische Chemie in Wien als Werkstudent, arbeitete zunächst bis 1962 für das österreichische Erziehungsministerium und war ab 1968 am Institut für Limnologie (i.e. Süßwasserkunde) der Universität Lund in Schweden beschäftigt, wo er auch promovierte und sich habilitierte. Seit 1979 lehrte er als Professor für Landschaftsökologie an der Technischen Universität Berlin und leitete dort das Fachgebiet Limnologie. Er führte mehrere Seerestaurierungen durch, entwickelte ein Modell der funktionalen Betrachtung von Ökosystemen und setzte es in verschiedenen Projekten zur Nachhaltigkeit der Landnutzung und zur lokalen Kreislaufwirtschaft um, so insbesondere als Forschungsleiter des „Stör-Projekts“ in Niedersachsen, mit dem ein Land-Gewässer-Bewirtschaftungskonzept zur Senkung von Stoffverlusten an Gewässer entwickelt wurde. Seine jahrzehntelange Beschäftigung mit Gewässern hat ihn zu der Einsicht geführt, dass alle wesentlichen Prozesse an Oberflächen und Grenzflächen stattfinden und dass man das Klima nur verstehen kann, wenn man die Dynamik der Atmosphäre an der Grenzfläche zur Vegetation und zum Boden versteht. Nach seiner Emeritierung 2003 zog Professor Ripl 2012 zurück in seine österreichische Heimat. Ein von ihm noch in Berlin initiierter und heute von Dr. Klaus-Dieter Wolter geleiteter Verein, das „Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V., verfolgt diesen Forschungsansatz weiter.

Folie 2

Gliederung

  1. Wasser als rekursives, energiedissipatives Medium.
  2. Wissenschaftliche, ökologische Erkenntnisse zur Entwicklung der Natur und des Klimas.
  3. Warum uns die Klimamodelle hindern das Klima zu verbessern und die Schäden zu reparieren.
  4. Grundlagen der ökologischen und gesellschaftlichen Nachhaltigkeit.
  5. Wie kann man die Klimaänderung rückgängig machen und nachhaltig wirtschaften?
  6. Ist eine intelligentere Steuerung der Gesellschaften möglich? Was ist dazu notwendig?

Folie 9

Warum uns die Klimamodelle hindern das Klima zu verbessern und die Schäden zu reparieren

Warum sind die IPCC Modelle grundsätzlich falsch?

  1. Es kann keine berechenbare Strahlungsbilanz geben, wenn Energie in einem geschlossenen System raumzeitlich dissipiert. Unmöglichkeit von „radiative forcing“. Nach Feynman ist Licht eine Interaktion zwischen Quellen und Senken, die ein materielles Elektronium erfordern. Wo sind im Weltraum die Senken?
  2. Der Kühleffekt der Atmosphäre ist über die Konvektion und Konduktion sowie vom Phasenwechsel des Wassers zu Dampf (ca. 2500 kJ/l) gegeben.
  3. Die Aussagen, dass Wasser bzw. Wasserdampf für das Klima dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle wie im IPCC (2014) behauptet wird, ist nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand der Wissenschaft eine Zumutung. CO2 und Methan als die wichtigsten Klimagase sind in ihrer Wirkung (Konzentration und Umsatz) eine Lüge, die nur durch eine korrumpierte Mengenlage zwischen Wissenschaft und Politik entstehen konnte.

(Anm. J.B.: Prof. Dr. Mojib Latif; Prof. Dr. Harald Lesch; Prof Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber; Prof. Dr. Harald Lesch; Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber; Prof. Dr. Werner Kirstein i.R.Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber; Prof. Dr. Claudia Kemfert)

Folie 14

Wieso kommt es zu einer Erwärmung des Klimas?

Zur weltweiten Erwärmung des Klimas kommt es hauptsächlich durch das zunehmende Fehlen von verdunstungsfähigem Wasser auf den einzelnen Kontinenten. Intensivierte land-, forst- und wasserwirtschaftliche Eingriffe in die dissipativen Strukturen von Vegetation und Wasserhaushalt in den letzten 150 Jahren führten vielfach zu einem im Sommer abgesenkten Bodenwasserspiegel und Luftzutritt in eine zunehmend größer werdende ungesättigte Bodenzone.

Dabei kommt es in dieser Zone zu einer Oxidation von Säurebildnern wie NH4, S2, CH2O zu HNO3, H2SO4 und CO2. Bei Anstieg des Bodenwasserspiegels und des Abflusses im Frühjahr werden die im Boden gebildeten Salze über die Flüsse zum Meer irreversibel ausgespült. Der Boden versickert mehr Wasser. Die Oberböden verarmen an Nährstoffen und Basen bis die Vegetation ausfällt. Dabei steigt die Varianz der Prozesse an. Tornados, Hochwässer, Erosion nehmen an Stellen mit noch verdunstbarem Wasser und Niederdruck zu.

Bei Hochdruck breiten sich Dürren aus ablandige Winde erwärmen die Meeresoberfläche. Arktisches Eis schmilzt von der Ökotone her ab. Berggletscher bekommen im Sommer durch verminderten Dampf–Transport und damit kaum Niederschlag in Form von Schnee, keinen Zuwachs der das Abtauen verhindern könnte.

Verteilungsabhängige Prozesse überwiegen die Rolle von Treibhausgasen um ein Vielfaches. Temperaturen sind der Wind- und Wasserdynamik an den Grenzflächen Atmosphäre–Boden nachgeordnet.

Folie 34

Wie Menschen wirklich ihre Umwelt und das Klima beeinflussen

 # Eingriffe in den Wasserhaushalt durch Wasser- und Landwirtschaft

 # Eingriffe in Vegetation (Wasser-, Land- und Forstwirtschaft)

 # Austrocknung der Landschaft (Trink- und Abwasserwirtschaft)

 # Vernichtung der Wasserhaltefähigkeit der Böden durch Melioration

 # Vernichtung der Klimabilanz zwischen Land-Meer durch Ausschalten der Verdunstungskühlung (kurzgeschlossener Wasserkreislauf, langwelliger Wasserkreislauf)

 # Vernichtung der Artenvielfalt durch Austrocknung

 

Folie 40

Kühlstruktur der zwei Wasserkreisläufe

Kleiner kurzgeschlossener Wasserkreislauf

# Verdunstung durch lokale Taubildung

# Primärkühlung durch Vegetation

Großer Wasserkreislauf

# Meer-Kontinente-Meer. Steuerung der Wasserbilanz auf den Kontinenten durch Baumvegetation. Blattflächen als Verdunstungsflächen und Kühlsystem.

 

Folie 46

Schnittstelle Gesellschaft – Natur.

Intelligente (phasengerechte) Steuerung in Rückkopplung durch Bewirtschafter

# Subsistenz, Kreislaufwirtschaft und zellularer Aufbau als zentrales Ziel einer Umstrukturierung der Gesellschaft nach terminalem Crash unseres auf „ewigem Wachstum“ und Transporten aufbauenden Wirtschaftssystems.

# Steigerung des Bodennutzwertes als zukünftige Deckung für Währungen und Basis für Ressourcensteuer.

# Steigerung der Nachhaltigkeit durch Optimierung der Kopplung von dissipativen Strukturen, z.B. SAW-Kopplung (Subsistenz-Arbeiten-Wohnen) (Anm. J.B.: vgl. NeueArbeit-NeueKultur).

 

Folie 47

Der ökologische Imperativ.

Physische Maßnahmen auf der gesamten Landesfläche

# Steuerung des Wasserkreislaufs und damit der Stoffkreisläufe durch verdunstende Baumvegetation. Verdunstung statt Versickerung. Mensch als adaptiver lokaler Bewirtschafter.

# Steuerung der Temperaturdämpfung und Minimierung der irreversiblen Ladungsfrachten in den einzelnen Einzugsgebieten (An Satelliteninformationen und Frachtmessungen im Abfluss rückgekoppelte Bewirtschaftung).

# Perfektionierung der lokalen Stoffkreislaufführung bei minimiertem Eingriff in den natürlichen Wasserhaushalt.

# Aufbau zellularer, autarker Strukturen nach den Spielregeln der Natur, d.h. Selektion nachhaltiger Wirtschaftsweisen. Anpassung und Nachordnung des monetären Systems an die physischen Lebensvoraussetzungen (keine „Welt als Wille und Vorstellung“).

 

Folie 48

Die ökologische Agenda.

Gesellschaftliche Ansätze.

# Regelung der Land-, Wald-, Wasser-, Abfall-, Rohstoffwirtschaft und des funktionalen Naturschutzes auf der Fläche durch Übertragung in die Verantwortlichkeit der Ressourcenmanager.

# Rahmengesetze auf der Basis des ökologischen Imperativs. Auflagen und Erlaubnisse durch zentrale Gerichtsbarkeit (wie in Schweden).

# Überprüfung von gesetzlichen Regelungen mit Universalitätsanspruch (Römisches Recht bildet Naturprozesse nicht ab) auf Umweltverträglichkeit.

# Neubewertung der irreversiblen ökologischen Schäden durch Wasser- und Abfallwirtschaft (Trink-, Abwasser-, Abfallwirtschaft) und des einschlägigen Verwaltungshandelns.

# Regionale, aktive Wasser- und Klimapolitik anstatt eines globalen Zertifikathandels.

 

Folie 49

Definition einer ökologischen Kreislaufwirtschaft.

Ökologisch ist eine Kreislaufwirtschaft:

# wenn Sonnenenergie auf der Fläche für Verdunstungs-, Produktions- und Stoffkreislaufprozesse maximal genutzt wird (Vermeidung von Restpotentialen, maximale Kreislaufführung des Wassers und der daran gekoppelten Stoffflüsse).

# wenn die für die Organismen notwendigen Stoffe am Standort durch geregelte Prozesse im Kreis geführt werden und die unwiederbringlichen Verluste an solchen Stoffen in der Bodenoberfläche minimiert werden.

# Nur so können die stofflichen und energetischen Voraussetzungen am Standort über den gesamten Bewirtschaftungszeitraum erhalten werden

 

Folie 50

Definition einer sozial-ökologischen Kreislaufwirtschaft.

Sozial ist die ökologische Kreislaufwirtschaft,

# wenn die Subsistenz der Bürger (Energie, Wasser, Nahrung, und Wohnen) auf ihrer Fläche erwirtschaftet und allen Bürgern für ihre Lebenszeit als Grundsicherheit zur Verfügung steht.

# wenn der Einsatz nichterneuerbarer Energie sowie die Globalisierung von Subsistenzmärkten (Energie, Wasser und Grundnahrungsmittel), die einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft diametral widersprechen, nicht zugunsten einer optimierten Kreislaufwirtschaft aufgegeben wird. Kreislaufwirtschaft heißt gewonnene Freiheit in einer verlustärmeren Regionalität.

# wenn der Landwirt als Flächenbewirtschafter als Wasser-, Energie-, Klima- und Ressourcenwirt beim Aufbau autarker, regional eingebundener und nachhaltiger Strukturen eine Schlüsselrolle erhält.

 

Folie 51

Die Allianz der Kommunen.

Regionales Netzwerk „Allianz der Kommunen“. Eine regionale Strategie für die Umgestaltung der Gesellschaft nach dem Vorbild des Vulkanlands in der Steiermark.

 

Folie 52

Organisation des Netzwerks „Allianz der Kommunen“

 

Folie 53

Warum diese Strategie des „Netzwerks Allianz der Kommunen“?

# Bei jedem Evolutionsschritt der Natur muss eine Strategieänderung zwangsläufig erfolgen.

# Eine Strategieänderung wird durch zunehmende negative Rückkopplung aus der Globalisierung notwendig.

# Ressourcen und Märkte stoßen zur Zeit an die Grenzen des Wachstums, während das Kapital weiter wächst.

# Rückgang der Förderung der Energieträger und des damit betriebenen Transports erzwingen den evolutionären Schritt.

# Daraus ergibt sich als Angebot auf die Globalisierung die Regionalisierung (Internalisierung) sämtlicher Subsistenzprozesse.

 

 

Folie 54

Was ist das Neue an der Strategie?

# Diese Strategie ist direkt aus der Natur kopiert und für die regionale Ausdifferenzierung angepasster Arten (Diversität) verantwortlich.

# Diese Strategie gewährleistet primär das Leben (Subsistenz) und führt in der Evolution zu höheren Organismen auf einer gesunden Basis.

# Diese Strategie betrachtet nicht einen Sektor, sondern führt zur Ko-Evolution und Selbstoptimierung sämtlicher Prozesse (raumzeitliche Strukturen).

# Diese Strategie funktioniert, sprunghaft ortsbezogen und adaptiv. Sie verbessert sämtliche Prozesse in gekoppelter Art und gleichzeitig, indem sie die regionale Kreisführung ins Zentrum stellt.

# Sektorale Ansätze wie z.B. Arbeit, Kultur, Energie, Wasser, Versorgung, Transport und Naturschutz führen nun in gekoppelter Form als funktionaler Prozessschutz zur Nachhaltigkeit (verlustarme internalisierte Dynamik).

 

 

Folie 55

Unterschiede zur heutigen globalen Wirtschaft.

# Selbstorganisation der Gesellschaft über die Funktionalität der ausdifferenzierten Regionen.

# Beseitigung der Konfliktpotentiale durch Entschleunigung, Internalisierung oder Prozesse durch lokale, verlustarme Kreislaufschließung.

# Verortung der Bürger nachhaltig durch Inklusion. Kraft-Wärme-Wasser Kopplung (KWWK) und Subsistenz-Arbeiten-Wohnen Kopplung (SAWK).

 

Folie 56

Regionalisierung der Gesellschaft.

 

# Vorhaltung der Subsistenz (täglich benötigte Waren, wie Wasser, Energie, Nahrungsmittel, Rohstoffe und funktionaler Naturschutz) für die Bürger der Gemeinde.

# Anstatt maximaler Produktivität Steigerung der Nachhaltigkeit durch perfektionierte regionale Kreislaufwirtschaft (Minimierung stofflicher Transport).

# Beziehungsorientierung statt Objektbezogenheit (Basis der Lebensqualität) (Potsdamer Manifest 2004).

# Auf der Fläche verortete zellulare Demokratie mit internalisierten Subsistenzprozessen als Steuerungsebene.

# Regionales Zusammenfallen von Volks- und Betriebswirtschaft: Wertschöpfung und Umsatz primär in der Region.

 

 

Folie 57

Aufgaben: Netzwerk „Kreislaufwirtschaft“.

  1. Aufbau regional eingebundener, weitgehend autarker Betriebe durch Implementierung der Kreislaufwirtschaft (Stärkung der wirtschaftlichen Selbständigkeit des einzelnen Betriebs, des Dorfes (der Zelle, Kommune)

# Ablösung der Fremdenergie im Betrieb (Internalisierung der Prozesse)

# Bodenaufbau durch Reststoffrückführung

# Verbesserung der lokalen Wasser-, der Stoff und der Klimafunktion. Aufgaben, wie Aufbau der Logistik für Maschinen, Transporte in zellularen und interzellular gekoppelten Strukturen

  1. Entwicklung weiterer handwerklicher Tätigkeiten (z.B. Mostereien), Vertrieb und Vermarktung, Direktvermarktung und Wissenstransfer

# Entwicklung der Logistik für Rohstoffrückführung aus der Stadt auf die Fläche und regionaler Vertrieb und Transport (Prozesskopplung)

# Vorrangige Entwicklung der Systemsteuerung, der Ablaufstruktur und der Softwarewerkzeuge für Wasserkreislauf und Stoffströme

 

 

Publikumsfragen

 

Publikumsfrage 1

Was man vielleicht noch zu wenig herausgehört hat: Die Bevölkerungsproblematik – Wirtschaft, Menschheit und Wohlstand wachsen, die Natur wird bedrängt.

Das Wachstum kann so nicht unendlich weitergehen?

 

Publikumsfrage 2

Was ist die Ursache für die Zunahme und das Problem der ablandigen Winde?

Ich habe gelernt, dass die Luft über dem Kontinent aufsteigt, weil es dort wärmer ist, und dann unten ein „zu wenig“ an Luft vorhanden ist, das dann durch die kühlere Luft vom Meer aus aufgefüllt wird.

 

Zwischenbemerkung:

Warum findet eigentlich eine ständige Nutzungsflächengewinnung statt?

Wie Einstein schon sagte, steht der Vegetarier höher in der Evolutionsstufe. Man ändert die Dinge nicht, indem man die Prozesse ändert. Jeder sollte bei sich selbst nachdenken, wie er konsumiert und sich ernährt.

 

Publikumsfrage 3

Ich sehe immer noch mehr Bürokratie, Gesetze, Zentralisierung, Globalisierung.

Wie optimistisch sind Sie, dass sich tatsächlich etwas zum Guten verändert?

.

 

Prof. Dr. Wilhelm Ripl: Minimierung der Klimaänderung, Aufgabe für zukunftsfähige Gesellschaften – Die vergessene Bedeutung des Wasserhaushalts

2007 erschien der Film von Al Gore „An inconvenient truth“ („Eine unbequeme Wahrheit“), der damals die Weltgesellschaften über die Folgen der Klimaänderung bzw. der weltweiten Erwärmung aufzuklären versuchte. Der sogenannte Weltklimarat (International panel climatic change „IPCC“), wurde durch die Vereinten Nationen mit der Aufgabe gegründet, die Ursachen für eine Klimaänderung und eine weltweite Erwärmung zu erforschen. In jährlich abgehaltenen Klimakonferenzen versuchte man, als wichtigste Ursache die in der Atmosphäre angestiegenen trockenen Treibhausgase wie CO2 und CH4 auszumachen, und zu versuchen, im Besonderen diese Emissionen durch fiskalische Maßnahmen zu verringern. Ich möchte in meinem Vortrag zeigen, dass andere Hypothesen für die menschengemachte Klimaänderung wahrscheinlicher sind, und auch mit den gemachten Beobachtungen besser im Einklang stehen.

Die wichtigsten das Klima beeinflussenden Faktoren scheinen mir nicht die Strahlungsbilanzen zu sein, sondern das Vorhandensein und die Verteilung der dissipativen Strukturen (z.B. energieverteilende Organismen und das wichtigste dissipative Medium: verdunstungsfähiges Wasser). Das wichtigste Kühlmittel auf unserem Planeten ist Wasser, weil es bereits bei der Verdunstung von einem Liter Wasser ca. 2500kJ Energie der Umgebung entzieht. Wasser kann verdunsten, aber auch versickern, wobei es bei der Versickerung die Oberböden auslaugt, Basen und die löslichen Pflanzennährstoffe über die Flüsse ins Meer transportiert, während das von der Pflanzendecke aktiv verdunstete Wasser keine Stoffe in den Böden verändert.

Wenn nun der Bodenwasserspiegel in unseren Breiten während des Sommers in den ständig leichter werdenden Böden absinkt, werden in diesen wechselfeuchten Böden durch die eindringende Atmosphäre O2 zur Oxydation der Humusstoffe und reduzierter Säurebildner wie Schwefelverbindungen und Ammoniak verwendet und die wichtigsten für die Pflanzen notwendigen Stoffe bei im Herbst ansteigenden Bodenwasserspiegeln in den Flüssen abgeführt. Lösliches Material wird ausgetragen. Studien an einem Stück intaktem Urwald zeigten, dass die Stofftransporte von zwischen 15 -30 kg /ha und Jahr in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten auf bis zu 1500 kg/ha*a angestiegen sind.

Wenn nun der Wasserspiegel absinkt, wird auch die Verdunstungsfähigkeit der Landschaft sowie die tägliche Taubildung und Kühlung ausfallen. Hochdrucks-Wetterlagen, Gewitter, starke lokale Tiefdruckgebiete sowie extrem hohe, durch starke Winde kaskadenförmig herangeführte Niederschläge sind die Folge. Ablandige Winde wärmen die Meeresoberfläche auf und führen zum Abschmelzen des arktischen Eises. Die Gebirgsgletscher dagegen werden durch verminderte Sommerniederschläge in Form von Schnee abschmelzen.

Es kann gezeigt werden dass auch die Frequenz der kurzgeschlossenen Wasserkreisläufe bei Vorhandensein einer durchgehenden Wald bzw. Pflanzendecke, und somit der Dissipations- und Kühleffekt ansteigt.

Diese Hypothese zeigt, wenn sie nicht falsifiziert wird, dass die lokale Siedlungswasser- und Landwirtschaft für die irreversiblen ökologischen Schäden und die Klimaänderung verantwortlich sind und nach dem Verursacherprinzip auch die Reparaturmaßnahmen vorzunehmen haben während zu vermuten ist, dass eine Emissionssteuer weltweit zwar vielleicht Banken retten kann, aber nicht das Klima.

 

 

Auszug : Memorandum zum Klimawandel

Notwendige gesellschaftliche Reformen zur Stabilisierung des Klimas und zur Lösung der Energiefragen

Prof. Dr. Wilhelm Ripl und Dr. Hermann Scheer

Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V. http://www.aquaterra-berlin.de

Exkurs: Temperaturdämpfung durch Energieverteilung (Dissipation)

Die Energetik des Klimas lässt sich nicht auf einige wenige Atmosphärenprozesse reduzieren. Dissipation von Energie findet vorrangig unmittelbar auf der Erdoberfläche an den verteilten Phasengrenzflächen über eine Steigerung der Dynamik bei Dämpfung der Extremwerte statt. Energetische Prozesse aus der Wechselwirkung zwischen Erde und Sonne führen bei Beachtung dieser Spielregeln zu veränderten dynamischen Gleichgewichten. Diese zeichnen sich aus durch eine Absenkung der Temperatur auf der Fläche und den Aufbau stabilerer Stoffwechsel betreibender Strukturen bei zunehmender Nachhaltigkeit.

Physikalische Dissipation

Der wirksamste dissipative „Kühlungsprozess“ (Temperaturdämpfungsprozess) auf der Erde ist die Verdunstung und Kondensation von Wasser mittels der Baumvegetation. Die Verdunstung (Kühlung) findet überwiegend auf wasserbenetzten bzw. Wasser rückhaltenden Flächen statt. Pflanzen, insbesondere Bäume haben die Eigenschaft, mit ihrem Blattwerk die Verdunstungsoberfläche der Kontinente so zu vergrößern, dass sie die Meeresfläche übertreffen können. Voraussetzung für eine hohe kontinentale Verdunstungsrate ist, dass Wasser lokal in ausreichender Menge zur Verfügung steht, über die Taubildung kurzgeschlossen niederschlägt und im Boden gespeichert gehalten werden kann, dass die Böden genügend Mineral- und Nährstoffe und ein Mikrobenumfeld für die Pflanzen enthalten und dass den Pflanzen Raum zum Wachsen gegeben wird. Das könnte am besten durch eine optimierte Landbewirtschaftung geschehen.

Prof. Dr. Wilhelm Ripl - Landschaftsökologe und Limnologe (Süßwasserökologe) - 11 / 2011 - Foto: Wolfgang Schmidt www.wolfgang-schmidt-foto.de

Prof. Dr. Wilhelm Ripl – Landschaftsökologe und Limnologe (Süßwasserökologe) – 11 / 2011 – Foto: Wolfgang Schmidt
www.wolfgang-schmidt-foto.de

Im Schwedischen gibt es ein wunderbares Wort: lagom, das heißt: genau richtig, für diesen Ort, für diese Zeit!“.

systeminstitut-aqua-terra-berlin-logo-transparent

 

Ergänzender Hinweis:

Dregger, Leila: Konzepte gegen Wüstenbildung und Wasserkriege. Vom lebensspenden Fluss des Regens. In: Raum&Zeit 2017, Heft 205, Seite 32-36. , hier bestellen und weiterlesen.

About Jörg Beger

Comment

  • Jörg Beger

    2. Dezember 2016 at 19:36

    Chris Rapley, Duncan Macmillan
    2° C

    Überschwemmungen, Hurrikane, Dürren – die Folgen des Klimawandels sind bereits heute sichtbar. Täglich gehen Bilder seiner Auswirkungen um die Welt. Klimaforscher Chris Rapley legt in diesem außergewöhnlichen und besonders ausgestatteten Buch die wichtigsten Fakten und Daten auf den Tisch. Anschaulich erläutert er, wie wenig Zeit nur noch bleibt, die CO2-Emmissionen zu reduzieren, um das zentrale Ziel zu erreichen: die Erderwärmung um nicht mehr als 2 ° Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten ansteigen zu lassen. Ein aufrüttelndes Buch und ein Aufruf an uns alle, das Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, langfristig zu erhalten. Denn, so Rapley: „Klimawandel ist im Kern die eine Frage: In was für einer Welt wollen wir leben? Was für eine Zukunft wollen wir schaffen?“

    Hier: http://www.droemer-knaur.de/buch/8636141/2-c

  • Jörg Beger

    2. Dezember 2016 at 19:38

    Chris Rapley ist international renommierter Wissenschaftler und Professor für Klimaforschung am University College in London. Außerdem bekleidet er den Vorsitz des London Climate Change Partnership, einer Initiative, die die britische Hauptstadt gegen die Folgen des Klimawandels rüsten will. Seit 2014 führt Chris Rapley am Royal Court Theatre in London das diesem Buch zugrundeliegende Bühnenstück auf, das zu einem großen Publikumserfolg wurde.

  • Jörg Beger

    3. Dezember 2016 at 17:43

    SPES Zukunftsakademie, Schlierbach Austria
    Donnerstag, 22. Juli 2010
    Technologien und konzentrisches Wirtschaften
    Tagesimpuls im Rahmen der Sommerwoche 19. – 23. Juli 2010
    https://arbeitimwandel.wordpress.com/sommerwoche-2010/programm-sommerwoche-2010/

    Prof. Frithjof Bergmann (Philosoph)
    Veränderungen können (mit dieser Tagung) nur angeregt werden, wenn wir „wirklich, wirklich daran glauben“

    Aktuelle Schlagzeilen österr. Zeitungen:
    „Ungarn setzt Abgabesteuer durch und trifft Österreichs Banken hart“
    „Kapitalschwache Austro-Banken“
    „ Massiver Anstieg von Firmenpleiten 2010“
    „Ungarnkrise droht Österreichs Regionen mitzureißen“

    Erste Plage: Klimaplage
    betrifft Tourismussektor, Klimaflüchtlinge
    Umwälzproblem
    Braucht drastischere Lösungen als heute angedachte, welche Strategie braucht es?
    Wir wissen, dass es radikalen Einschnitt braucht, jedoch glauben tut die Menschheit
    nicht daran.
    Community Wirtschaft: regionale Wirtschaft
    „Verbrennen der Geigen“, „Zerstörung der Kultur“: Wir verheizen alles um Wirtschaft
    anzuregen

    Zweite Plage: Ressourcenknappheit (Öl, Wasser)
    „Entwicklungsländer“ entwickeln eine Kultur die unserer (leider) ähnlich ist
    Suche nach neuer Kultur und Wirtschaft

    Dritte Plage: Schlachtspaltung
    Spaltung zwischen Oasen und Wüstenmenschen
    Community Economics, befreiende Technologien als mögliche Lösungsansätze

    Vierte Plage: Wirtschaftsproblem, Überproduktion, Finanzkrise
    Welche Lösungsstrategien braucht es?

  • Jörg Beger

    3. Dezember 2016 at 17:44

    SPES Zukunftsakademie, Schlierbach Austria
    Donnerstag, 22. Juli 2010
    Technologien und konzentrisches Wirtschaften
    Tagesimpuls im Rahmen der Sommerwoche 19. – 23. Juli 2010
    https://arbeitimwandel.wordpress.com/sommerwoche-2010/programm-sommerwoche-2010/

    Prof. Alois Heißenhuber (TU München, Agrarökonom)
    Leben ist „Balance-Halten“ in den Bereichen (sind miteinander verbunden):
    Leben – Arbeit – Geld

    Leben: Ziel Zufriedenheit, Happiness; Geld nicht als Maß zur Messung geeignet,
    Es braucht andere Maßstäbe um Zufriedenheit zu messen!
    Welche begrenzenden Faktoren gibt es im persönlichen Bereich, die die
    Zufriedenheit einschränken? Ist es allein das „Geld“, monetäre Wachstum?
    Vielleicht präkere Arbeitsverhältnisse?

    Arbeit: Erwerbsarbeit als eine Seite der Medaille der „Arbeit“, weiters
    Subsistenzarbeit (Eigenarbeit in der Familie, Haushalt, Gemeindenarbeit,
    dient der Selbstversorgung und Selbstverwirklichung). Subsistenzarbeit in
    den Erwerbsbereich ausgelagert und ernst nehmen.
    Urbane Subsistenzarbeit.

    Geld: Finanzkrise: „Wir haben über unsere Verhältnissen gelebt“
    Der Übergang zum Spar- zum Pumpkapitalismus: Werbung als Antreiber.
    Balance zwischen Geldeinkommen und Geldausgabe muss gewahrt bleiben
    um nicht zum modernen Leibeigenen zu werden!

  • Jörg Beger

    10. Dezember 2016 at 21:52

    „Landwirtschaft in der neuen Wirtschaft“.
    Prof. Dr. Alois Heißenhuber, TU München – Weihenstephan. Steyr, 10. Mai 2012.

  • Jörg Beger

    19. September 2017 at 10:23

    Dieses Video dokumentiert den Besuch von Franz Nahrada bei Wilhelm Ripl in Stadt Haag am 19.11.2016. Der Kontakt mit Wilhelm Ripl im Rahmen des Vereins „SUSTAIN“ ist vor 20 Jahren abgebrochen und erst durch einen Hinweis von Ralf Otterpohl (TU Hamburg) wieder aufgenommen worden. In diesem Gespräch diskutieren wir die möglichen regional- und raumplanerischen Konsequenzen dieser alternativen Theorie des Klimawandels mit dem Schwerpunkt Globale Dörfer (wissensbasierte lokale Systeme). Aber dieses Video enthält auch eine Darstellung der Grundannahmen des Riplschen Klimatheorems und eine alternative Erklärung der globalen Erwärmungsdynamik.

Schreibe einen Kommentar

404 Text