EU-Agrarpolitik und solidarische Landwirtschaft

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Wann:
16. April 2018 um 19:30
2018-04-16T19:30:00+02:00
2018-04-16T20:00:00+02:00
Wo:
Adelhaus Bio Restaurant Café
Adelhauserstraße 29-31a
79098 Freiburg
Preis:
kostenlos
Kontakt:
Bündnis 90 / Die Grünen, Kreisverband FReiburg

Diskutant: Johannes Suppenkämper, Bauer, Luzernenhof in Buggingen (solidarische Landwirtschaft)

Diskutantin: Maria Heubuch, Mitglied des Europaparlament

Die EU-Landwirtschafts-Minister*innen sind realitätsfremd. Ihre Stellungnahme liest sich, als wäre die Welt in Ordnung. Dabei betonen selbst der Europäische Rechnungshof und der Haushaltskommissar Oettinger, beide nicht die Speerspitze der Ökologiebewegung, dass die Ausgaben gezielter für Klima- und Umweltschutz sowie kleine und mittlere bäuerliche Betriebe eingesetzt werden müssen. Laut einer Bewertung der sozioökonomischen und ökologischen Leistung der GAP werden die Gelder extrem ineffizient eingesetzt. Frau Klöckner und ihre Kolleg*innen müssen das endlich eingestehen und die Agrarwende einleiten. Nur so können die Bürger*innen von der europäischen Idee überzeugt werden“ (Maria Heubuch 2018).

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„Das Wesentliche an der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft sind die Mitglieder, die nicht einzelnes Produkt zu einem bestimmten Preis kaufen, sondern die kaufen den gesamten Hof… Die Landwirtschaft, die für gewöhnlich jetzt betrieben wird ist eigentlich eine Spezialisierung auf ein Produkt – sich fokussieren und das besonders gut und vor allem besonders günstig herzustellen. Damit werden ganz viele Kompromisse und oftmals schmerzhafte Kompromisse auch für die Landwirtsleute, die das betreiben geschlossen. Ich weiß von unseren Bauern hier aus dem Dorf, dass sie alle Kühe hatten, dass sie alle Kartoffeln angebaut haben, dass sie alle Getreide zu Speisezwecken angebaut haben. Das mussten sie alle peu á peu, praktisch scheibchenweise abgeben. Und wir durch dieses System der solidarischen Landwirtschaft, durch diese Vermarktung, durch diese Gemeinschaft, die diesen Hof trägt ermöglicht es erst wieder diese Vielfalt in den Vordergrund zu holen und die sich daraus ergebenden Kreisläufe, die es braucht für den Betrieb, für eine nachhaltige Landwirtschaft, für einen gesunden Bden, für praktisch eine ehrliche Haltung gegenüber dem Tier und der Pflanze – diese Vielfalt braucht es, damit eine Landwirtschaft fruchtbar in die Zukunft gehen kann“ (Johannes Supenkämper 2017)

Der Kreisverband der Grünen in Freiburg lädt zu einer Diskussionsveranstaltung über EU Politik und Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ein. Auf dem Podium diskutieren die Europaabgeordnete der Grünen, Maria Heubuch, und der Landwirt Johannes Supenkämper.

Spekulation auf dem Bodenmarkt, Aufkäufe ganzer landwirtschaftlicher Betriebe durch Kapitalanleger und Höfesterben gefährden in den Regionen Europas nicht nur eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft. Mit den Höfen verschwinden auch die kleinteilig strukturierte Landschaft und mit ihr viele Arten wie Insekten und Singvögel. Was sich ändern muss, damit die bäuerlicher Strukturen und damit die Vielfalt in unserer Landschaft erhalten bleibt, machen die Grünen in ihrer Podiumsdiskussion zum Thema: Wie schaffen wir es, dass eine ökologische, regionale und solidarische Landwirtschaft in den Vordergrund gerückt wird und wie können die Konsumentinnen und Konsumenten selbst aktiv werden?

Johannes Supenkämper ist Landwirt und Mitbegründer des Luzernenhofs in Buggingen, einem SoLaWi-Betrieb südlich von Freiburg. Der Bio-Bauernhof versorgt derzeit rund 150 Familien aus dem Breisgau und dem Markgräflerland mit Lebensmitteln. Die solidarische Landwirtschaft auf dem Hof ist genossenschaftlich organisiert.

Maria Heubuch ist seit dem Jahr 2014 Mitglied im Agrar- und Entwicklungsausschuss des Europaparlaments. Sie wird in einem Impulsreferat zunächst aufzeigen wie die derzeitige europäische Agrarpolitik mitverantwortlich ist für den Verlust an Bauernhöfen, Landschaft, Biodiversität und damit für weniger Qualität auf den Tellern. Eine Änderung der europäischen Agrarpolitik ist nach Einschätzung von Maria Heubuch dringend geboten. Ab 2021 wird die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) neu ausgerichtet. Die Leitplanken in der EU werden jetzt aufgestellt und hier müssen Grüne Impulse gesetzt werden. „Wir müssen Vielfalt schaffen, auf allen Ebenen“, fordert Maria Heubuch.

Die beiden Podiumsgäste beleuchten die Agrarpolitik aus verschiedenen Blickwinkeln. Nach der Podiumsrunde sind alle Gäste herzlich eingeladen, mit den Podiumsteilnehmerinnen und – teilnehmern zu diskutieren und den Gästen ihre Fragen zu stellen.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

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Hintergrund:

# Agrarwende – Bauer sucht Zukunft. SWR odysso, 14.9.2017, hier.

# Interview mit Maria Heubuch – Vox POP ARTE erstmals am 29. Januar 2017 ausgestrahlt, hier.

# Braucht Deutschland eine Agrarwende? In: topagrar. 2016, Heft 1, Seite 24-38, hier.

# Solidarische Betriebskonzepte in der Landwirtschaft – Demeter Fachforum – Agritechnica 2015, hier.

 

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