Neuer Anfang mit Fridays for Future

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Am 20. August 2018 kam Greta Thunberg in die neunte Klasse. Doch die 15-Jährige ging an diesem Montag nicht in die Schule. Greta Thunberg trat an diesem Tag in einen Streik, der sie zu einer Ikone der Klimaschutzbewegung machte. Sie schwänzte, sie trotzte der Schulpflicht und boykottierte ihren Unterricht. Stattdessen zog sie zum Reichstag, zum Sitz des schwedischen Parlaments […] um ihre Stimme zu erheben, um zu provozieren […] Die Schülerin ging in die Riksgatan […] es gab keinen besseren Ort in Stockholm um aufzufallen… Am 8. September 2019, einen Tag vor der schwedischen Parlametswahl, erklärte sie über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie wolle weitermachen, zwar nicht mehr täglich, aber jeden Freitag, so lange, bis Schweden dem Pariser Klimaabkommen gerecht werde. […] Thunberg setzt das Motto: „Fridays for Future“…

WETZEL 2019, Seite 9-10

[…] Nach einem Jahr lässt sich vorsichtig bilanzieren: Die Bewegung hat sich etabliert. Die Schülerinnen und Schüler haben den Klimaschutz zwar nicht neu erfunden, doch es ist ihnen gelungen, ihn mit Wucht wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Allzu lange hatte das Thema ein Schattendasein gefristet hinter anderen großen und kleinen politischen Krisen, in Deutschland etwa hinter der von Rechtsextremen forcierten Auseinandersetzung um die Verteilung von Flüchtlingen und um die Seenotrettung, hinter dem Chaos um den Brexit, hinter den Provokationen von Rechtspopulisten in Europa und in Nordeuropa oder auch hinter dem nationalen Weltschmerz um das desaströse Ausscheiden der deutschen Herren-Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2018 in Putins Russland. Nun aber ist der Klimaschutz als Thema zurück. Und die jungen Demonstranten haben ihn nicht einfach nur erneut auf die Tagesordnung gesetzt, sondern sie haben ihn auch auf eine neue Ebene gehoben. Sie warnen auch weiterhin vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels, vor Wetterextremen etwa, dem Ansteigen des Meeresspiegels oder dem Artensterben. Doch darüber hinaus klagen sie an. Die Älteren, so der Vorwurf, lebten auf Kosten der Jüngeren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, rufen die jungen Demonstranten jeden Freitag. Der Klimaschutz ist eine Frage der Gerechtigkeit.

WETZEL 2019, Seite 16-17

Doch wer ist „Fridays for Future“? Wer sind all diese Schülerinnen und Schüler, diese Studierenden und Auszubildenden? Was treibt sie an, […] allen Widerständen zum Trotz jeden Freitag aufs neue auf die Straße zu gehen? Und wer unterstützt sie dabei?

Wetzel 2019, Seite 17

[…] Dass die Bewegung überflüssig wird, weil ihre Forderungen schnell und konsequent umgesetzt werden, wäre aus ihrer Sicht wünschenswert, ist aber kaum zu erwarten. Ebenso wenig ist davon auszugehen, dass die Schülerinnen und Schüler plötzlich in großer Zahl aufhören werden zu demonstrieren. Doch „Fridays For Future“ lebt von der Aufmerksamkeit der Medien, und diese ist flüchtig. Der Schulstreik ist im Januar noch ungewöhnlich und überraschend gewesen, im September ist er bereits ein gewohntes Bild. Wollen die Aktivisten den Druck aufrechterhalten, müssen sie das Interesse wachhalten. Aber wie?

WETZEL 2019, Seite 15

Für den 20. September hatte „Fridays for Future“ zum globalen Klimastreik aufgerufen. Es war der Startschuss zu einer weltweiten Aktionswoche zum Klimaschutz. „Am Freitag, 20. September, werden wir mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen. Wir bitte Sie sich uns anzuschließen … wenn uns das wirklich wichtig ist, müssen wir mehr tun als zu sagen, dass das wichtig ist. Wir müssen handeln. Dies wird nicht der letzte Tag sein, an dem wir auf die Straße ziehen müssen, aber es wird ein neuer Anfang sein. Wir zählen auf Sie“. Und in Deutschland legte am 20. September das Klimakabinett der Bundesregierung seine Vorschläge vor…


WETZEL 2019, Seite 156-157. Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Aktivistinnen von „Fridays for Future“ In Süddeutsche Zeitung, 23.Mai 2019, hier.

Wetzel, Jakob: Fridays For Future. 2019, hier.

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