Bürger-Energie-Genossenschaften

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Protokoll des 6. Treffens der Gruppe “Gerechtes Wirtschaften” am 15. November 2011 im Treffpunkt Freiburg

Anwesend: 12 (1neu)
Abwesend: 1

Aus der Eröffnungsrunde:
– eine TT FR Kindergruppe hat begonnen
– Buchempfehlungen: Friederike Habermann, Anders im Alltag und Max Otte, Stoppt das Euro-Desaster
– Türken in D: Sensibilisierung von Jugendlichen für grüne Themen + Fairburg e.V.

Aus dem Beitrag von Kaj Mertens-Stickel zum Thema „Rechtsform und Finanzierung der Solargenossenschaft“

  • Zur Person: selbständig, IT-Unternehmen, Erfahrung mit verschiedenen Rechtsformen /GbR, kleine AG, Genossenschaft). Vorstandsmitglied Solar-Bürger-Genossenschaft (www.solargeno.de). Die Genossenschaft dient der Entwicklung einer demokratischen, dezentralen, sozialen und ökologisch nachhaltigen Energiewirtschaft.
  • Zur Genossenschaft:

o Grundsätze:

  • Identitätsprinzip: Erzeuger und Verbraucher in einem
  • Förderprinzip: Förderung der Mitglieder in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht
  • Demokratieprinzip: per Person eine Stimme, geringere Gefahr unfreundlicher Übernahmen
  • Solidaritätsprinzip: klare Festlegung der Werte, höhere Stabilität

o Sonstige Merkmale:

  • Man kann mit kleinen Beträgen einsteigen
  • Haftungsbeschränkung
  • Offene Mitgliedschaft (Erklärung genügt, keine notarieller Akt erforderlich)
  • Mitgliedschaft im Genossenschaftsverband ist verpflichtend (periodische Prüfung!)
  • Unterschied zu GbR: Begrenzung der Haftung, stabilisierende Ordnung
  • Unterschied zu Kapitalgesellschaften; Stimmrecht nimmt nicht mit dem Volumen der Beteiligung zu, Beitritt ohne notariellen Akt)
  • Unterschied zu Verein: ermöglicht Wirtschaftsbetrieb in ideellem Rahmen statt Vorrang für Ideelles.
  • Persönliche Erfahrungen und Fragen:

o Als IT Unternehmer Geschäftsidee für Softwareprogramm für Schadstoff-Dokumentation zur Erleichterung der Berichterstattung an die Behörden. Tendenz zur Unterschätzung des Marketing und der ihrer Bedeutung gemäßen Finanzierung.
o Solargenossenschaft: Einkommensfinanzierung für Führungskräfte und Mitarbeiter aus den zu erwartenden Überschüssen, keine Vorfinanzierung aus dem laufenden Haushalt während der Startphase. Die Finanzierung für die Startphase scheint ein weit verbreitetes strukturelles Problem bei Genossenschaften zu sein.

  • aktuelle geschäftspolitische Schwerpunkte der Solargenossenschaft:

o Errichtung von Blockheizkraftwerken im Contracting-Verfahren. Die Klärung der rechtlichen Grundlagen ist kompliziert und aufwändig.

  • Lösung für das Speicherproblem im Zusammenhang mit der erneuerbaren Energie:

o Heutige Situation: immer öfter müssen Windräder gestoppt werden, da der von ihnen erzeugte Strom nicht ins bereits ausgelastete Netz eingespeist werden kann.
o E-Gas: Umsetzung solcher Stromüberschüsse in Wasserstoff zur Speicherung sowie in Wasserstoff + CO₂ = Methangas, das in die vorhandenen Gasnetzwerke und Gasspeicher eingespeist werden könnte. Interessante Folien dazu: http://ecotrinova.de/downloads/2011/110402%20UFHEIL%20samstags_forumg_BHKW_e110401_uf.pdf, http://www.klimabuendnis-freiburg.de/index.php/component/content/article/80-kwkfr

Abschlussrunde(entpersonalisiert):

O: In den Niederlanden war ich jahrelang im Vorstand einer Schenkgeldstiftung, die für startende Initiativen auf dem dem Gebiet der mensch- und umweltfreundlichen Projekte Schenkgelder (Fördermittel) für die Startphase vergab, in Abstimmung mit einer damit verbundenen Bank, die anschließend Kredite gab, sobald eine wirtschaftliche Durchführung der Projekte möglich geworden war. Grundlage war die Unterscheidung von Kaufgeld, Kreditgeld und Schenkgeld.
T und R: Schenk-Geld?
M: Was ist Geld?
J: Geld und Zeitbank.
S: Zur Namensgebung unserer Arbeitsgruppe: „Achtsames Wirtschaften“ statt „gerechtes Wirtschaften“?
R: In dem ländlichen Gebiet von Peru, das ich aus eigener Erfahrung kenne, hat sich die Genossenschaftsform nicht als zweckmäßig erwiesen.

Weitere Infos: www. SolarGeno.de

Seite der Gruppe „Gerechtes Wirtschaften“: http://ttfreiburg.wordpress.com/themengruppen/gerechtes-wirtschaften/. Weitere Protokolle der Gruppe.

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