AGROkalypse

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Wann:
18. Mai 2018 um 19:00 – 22:00
2018-05-18T19:00:00+02:00
2018-05-18T22:00:00+02:00
Wo:
Katholische Akademie Freiburg
Wintererstraße 1
79104 Freiburg
Preis:
kostenlos
Kontakt:
Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg
Telefon 0761 31918-0

Der Tag, an dem das Gensoja kam (Deutschland, 2016)

Film und Gespräch

Beschreibung
Quelle: Betty Beier

Der Titel der gegenwärtigen Ausstellung »Ausverkauft«
(s. Vernissage am 20. April 2018) hätte gleichermaßen über dem Dokumentarfilm von Marco Keller stehen können, der anlässlich der Erdschollen-Präsentation der Künstlerin Betty Beier gezeigt wird. Hierbei geht es um den rasant anwachsenden Anbau von Gen-Soja, der fatale Konsequenzen für Natur, Umwelt und die im Anbaugebiet lebenden Menschen hat. Der mehrfach preisgekrönte und ausgezeichnete Film erzählt vielschichtig und in sehr nahege­henden Bildern die Geschichte der brasilianischen Ureinwohner und zeigt, wie unser Konsumverhalten die Welt an vielen Stellen verändert. Im Anschluss an den Film wird ein Gespräch mit dem Regisseur stattfinden.

Marco Keller (Regisseur, Freiburg)

Weitere Details unter:

http://www.katholische-akademie-freiburg.de/html/veranst/detail.html?&m=107237&vt=1&tid=1806830

About Rainer

Comment

  • Jörg Beger

    15. Mai 2018 at 17:11

    Als in Deutschland der erste Tofu auf den Markt kam konnten viele Deutsche damit wenig anfangen. Doch die Firma Life Food erkannte die Chancen: Seit ihrer Gründung 1987 hat sie ihre Wochenproduktion von 4 kg auf 60 Tonnen gesteigert. Gleichzeitig brachten sie die Sojabohne auf deutsche Felder: Fast die Hälfte des Bedarfs kommt von einheimischen Vertragsbauern. Sonja Schock hat den Tofu-Produzenten Wolfgang Rainer Heck, Gründer und Geschäftsführer von Life Food, getroffen.

  • Jörg Beger

    15. Mai 2018 at 17:18

    Soja ist einer der wichtigsten Eiweißlieferanten weltweit. Auf riesigen Agrarflächen wird die Hülsenfrucht angebaut. Für die Welternährung ist sie von entscheidender Bedeutung. Der Handel mit Soja ist ein gigantischer Markt. Mehr als 30 Millionen Tonnen importieren die Staaten der EU jährlich allein als Futtermittel für die Massentierhaltung. Und das hat drastische Folgen für Mensch und Natur. Brasilien ist einer der größten Produzenten der Welt. Riesige Flächen tropischer Wälder werden jedes Jahr aufs Neue abgeholzt, um dort Soja anzubauen. Allein im Amazonas-Gebiet wird eine Fläche von 1,2 Millionen Hektar oft illegal gerodetem Regenwald fast ausschließlich für Soja genutzt. Die Zerstörung der Umwelt ist immens. Die indigene Bevölkerung wird dabei rücksichtslos von ihrem Land vertrieben. Die brasilianischen Bauern setzen dabei fast ausschließlich auf Gentechnik. Die großen Agrarkonzerne wie ADM, Bunge, Cargill, Syngenta und Monsanto machen mit dem Gensoja und den für den Anbau eingesetzten Düngemitteln und Pestiziden ein Milliardengeschäft. Nur wenige Unternehmen schaffen es, noch biologisch angebauten Soja zu bekommen. Wolfgang Hecks Firma Taifun ist eines davon. Nach der Devise: „Mit Nahrungsmitteln die Welt verändern“ produziert Heck seit über 25 Jahren Bio-Tofu in Deutschland. Doch ökologische Soja-Lebensmittel herzustellen, wird für ihn immer schwieriger. Die Gentechnik und der konventionelle Soja-Anbau sind seine größten Gegner. „planet e.“ folgt einerseits der Sojabohne auf ihrem Weg in die Futtertröge der europäischen Tierindustrie und damit auf die Teller der Fleischkonsumenten. Dabei werden die direkten Zusammenhänge von Landkonflikten und Umweltfolgen deutlich, die der exzessive Soja-Anbau mit sich bringt. Der Film zeigt andererseits, wie der nachhaltige Anbau von Soja aussieht und wie letztlich daraus Tofuprodukte entstehen, die in die Regale der Bioläden gelangen.

  • Jörg Beger

    15. Mai 2018 at 17:21

    In Österreich essen wir pro Kopf und Jahr mehr als 60 Kilo Fleisch. Der hohe Fleischkonsum hat global gravierende Folgen: Das Futter für Rind, Schwein, Geflügel & Co verbraucht rund zwei Drittel aller fruchtbaren Flächen weltweit. Die EU importiert einen großen Teil des Futtermittels Soja aus anderen Weltgegenden. Was das für Herkunftsländer wie Brasilien bedeutet, zeigt Thomas Bauer in seinem neuen Film auf. Er besucht Kleinbauern, die wegen der riesigen Gensoja-Plantagen ihr Land verloren haben und spricht mit Indigenen, die unter den Folgen der großflächig versprühten Pestizide leiden. Zu Wort kommen ein Arzt und ein Staatsanwalt, die sich gegen alle Widerstände für die Leidtragenden einsetzen. Doch auch hier in Österreich profitieren die wenigsten Landwirte von einem Agrarsystem, das von ihnen verlangt, immer mehr und immer billiger zu produzieren. Dass es auch anders gehen könnte, zeigt der Besuch am Hof eines Biobauern in Oberösterreich. In beeindruckenden Bildern spannt der Film einen globalen Bogen von Brasilien nach Österreich und regt zum Nachdenken über das gegenwärtige Wirtschaftssystem an.

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