Konsum regional erzeugter Lebensmittel

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Klimaschutz und Energieversorgung

Auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune

Konsum regionaler Lebensmittel

Unser gegenwärtiger Lebensmittelkonsum hat erhebliche Auswirkungen auf das Klima, auf Artenvielfalt, Qualität von Boden und Wasser und auf das Tierwohl, hier vor Ort oder in entfernten Teilen der Welt. Deshalb ist Ernährung ein wichtiger Gegenstand kommunaler Nachhaltigkeitspolitik.

Wiederstandsfähigkeit

In der regionalen und ökologischen Lebensmittelversorgung nimmt Freiburg, Mitglied im Netzwerk der Bio-Städte, eine führende Stellung ein. Regionale Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit, aber wie hoch ist ihr Anteil am Konsum in Freiburg tatsächlich? Dies wurde in einer bislang einzigartigen Studie im Auftrag der Stadt Freiburg ermittelt. Wo Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert wurden, setzen neue Projekte an und nutzen die bestehenden Stärken. Stadt-Land-Partnerschaften, das Freiburger AgriKultur-Festival, bio und regional in der Verpflegung an Schulen und Kitas, ein Kantinenkongress für Großverbraucher im Außer-Haus-Verzehr, gemeinsame Aktionen mit Erzeugern, Handel und Gastronomie, sowie der interkulturelle Austausch mit dem Projekt „Manger Local“ in Besançon unterstützen regionale Qualitätsproduktion von der Konsumseite her und bereichern die regionale Lebensqualität.

FWTM Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (Hrsg.): Green City Freiburg – Wege zur Nachhaltigkeit. 2016, Seite 8.

Städtisches Kapital Natur

Konzept zur Steuerung gemeinschaftlichen Gärtnerns

Gärtnern in Freiburg wird vielfältiger. Klassische Formen des Kleingartenwesens werden durch neue Formen des Gärtnerns ergänzt und von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen getragen. Eine eigene, siedlungsnahe Nahrungsmittelproduktion, die individuelle Gestaltung eines privat nutzbaren Freiraums, das soziale Miteinander sowie der Kontakt zur Natur in städtischen Räumen sind Bedürfnisse von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern. Aus diesem Grund wird seit 2016 ein Konzept zur Steuerung gemeinschaftlichen Gärtnerns entwickelt, das Gärtnern in seinen unterschiedlichen Facetten behandeln und ein Angebot neuer Formen sowie alternativer Flächen schaffen soll.

FWTM Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (Hrsg.): Green City Freiburg – Wege zur Nachhaltigkeit. 2016, Seite 17.

Engagierte Bürgerschaft

Global denken, lokal handeln – Freiburg macht mit

Nachhaltige Projekte, die durch Bürgerinnen und Bürger unterstützt und getragen werden, sind außerordentlich vielseitig. Freiburg packt an – und das im sprichwörtlichen Sinne: Neben Patenschaften für Stadtbäume, Spielplätze und Parkanlagen engagieren sich die Freiburgerinnen und Freiburger beim urbanen Gärtnern wie im Garten Vauban, bei Reinigungsaktionen und vielen weiteren stadtökologischen Projekten.

FWTM Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (Hrsg.): Green City Freiburg – Wege zur Nachhaltigkeit. 2016, Seite 22. Fundstelle am 18.02.2017, hier.

 

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  • Jörg Beger

    30. März 2017 at 15:28

    Ist Urban Farming ein wichtiger Zukunftstrend der Landwirtschaft?

    Kurze Transportwege, weniger Emissionen, regionale und ressourcenschonende Züchtung, saisonale und gesunde Lebensmittel – das sind die Vorzüge von Urban Farming, der städtischen Landwirtschaft. Der Bedarf in den Großstädten steigt. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in urbanen Räumen, Tendenz steigend. Um sie mit Essen zu versorgen, werden täglich Lebensmittel über weite Strecken transportiert. Das müsste auch anders gehen. „Xenius“ (arte) stellt Projekte vor, die Lebensmittel dort herstellen, wo sie auch gebraucht werden. Das bringt den Bewohnern der Städte frische Produkte und verringert gleichzeitig die Emissionen. Aufgrund des Platzmangels in den Städten entwickeln die Menschen kreative Ideen, um wirklich jede Fläche für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen. Besonders beliebt sind Dachgärten, aber auch vertikale Gärten sind im Kommen, und besonders Experimentierfreudige nutzen Keller zur Pilzzucht. Ein besonders spannendes Urban-Farming-Projekt ist Aquaponik – eine umweltfreundliche Kombination aus Fisch- und Gemüsezucht. Die Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug treffen Professor Werner Kloas, Zoologe am Leibniz-Institut in Berlin. Als wissenschaftlicher Berater unterstützt er mit seinen Erkenntnissen den Aufbau und Betrieb von Aquaponikfarmen.

  • Jörg Beger

    30. März 2017 at 17:02

    Regional erzeugte Produkte stärken nicht nur die Bauern in der Umgebung, meistens ist auch ihre Ökobilanz deutlich besser. Denn statt per Schiff, Zug oder LKW durch die halbe Welt transportiert zu werden und dabei Treibhausgase zu erzeugen, sind die Wege zum regionalen Erzeuger kurz. Allerdings: Gerade bei Ballungsräumen müssten enorme viele Menschen durch das Umland ernährt werden. Es stellt sich daher die Frage, ob dies rein flächenmäßig überhaupt machbar wäre.

    Zum Beispiel Berlin könnte sich regionaler ernähren

    Eine Studie, die an der Universität Halle erstellt wurde, kommt einmal mehr zum Ergebnis: Die Großstadt Berlin könnte sich zu Dreivierteln aus der Region ernähren.

    „Die Kapazität des Umlands – und damit Brandenburgs – um Berlin zu versorgen, liegt bei 76 Prozent des Bedarfs“, so eine der Wissenschaftler*innen. Allerdings werde im Umland am Bedarf der Stadt vorbei angebaut, nämlich zu viel Energiepflanzen und Futtermittel.

    Die Berliner*innen selbst essen zu unökologisch und global gesehen ungerecht, denn sie verbrauchen zu viel Fläche für ihr Essen: 2.347 statt der zustehenden 2.000 m² pro Kopf. Hierfür dürfte v.a. der Fleischkonsum der Hauptstadt verantwortlich sein.

    Der Selbstversorgungsanteil der Berliner Bevölkerung liegt bei 72 Prozent. Ein Fünftel der benötigten Flächen zur Bereitstellung von Lebensmittel befindet sich dagegen außerhalb von Europa – der Rest liegt im europäischen Ausland. Insgesamt werden für die Lebensmittel-Importe nach Deutschland mehr Flächen in Anspruch genommen, als durch deutsche Exporte ausgeglichen werden. „Angesichts knapper werdender Ressourcen stellt das unsere aktuellen Konsummuster in Frage“, so Hönle weiter.

    Diese negative Flächenbilanz ließe sich durch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln – sowohl bei den Verbrauchern, als auch in der Gastronomie, dem Einzelhandel und dem restlichen Ernährungssektor – aufbessern. Denn: „Von den fast 2.400 Quadratmetern, die jede Person in Berlin durchschnittlich über den Globus verteilt für ihre Versorgung beansprucht, wird nur der Output von weniger als zwei Dritteln tatsächlich verzehrt“, sagt Ko-Autor Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Allein durch weniger Abfall ergebe sich hier ein enormes Einsparpotential.

    Das Ergebnis: Bisher bauen viele Landwirte wenige Kulturen, wie Mais, Raps und Weizen, an. Diese werden hauptsächlich als Futtermittel oder zur Energiegewinnung verwendet. Andere Kulturarten, vor allem Obst, Nüsse, Gemüse und Hülsenfrüchte, werden dagegen zu selten angebaut. Grundsätzlich wären aber ausreichend Flächen vorhanden, wenn die regionalen Versorgungsnetze dezentraler aufgestellt und die Wege kürzer wären, die Lebensmittel vom Produzenten zum Konsumenten zurücklegen müssen.

    # Bericht in der Zeitschrift Natur
    http://www.natur.de/de/20/Regional-essen-funktioniert-das,1,,2167.html?search=23&searchIn=authors&author

    # Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft
    https://idw-online.de/de/news667937

    # Studienbericht in der Ernährungsumschau (PDF)
    https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2017/01_17/EU01_2017_WuF_Hoenle_eng.pdf

  • Jörg Beger

    3. Mai 2017 at 11:52

    „Die Schwaben wollen wir bitte nicht dabeihaben“ – Wie regional ernährt sich Freiburg?

    Diese Frage ist für die Agronauten schon lange von hoher Relevanz. Schon vor 3 Jahren gab es eine Masterarbeit unter der Fragestellung: „Kann sich Freiburg selbst ernähren?“, welche die Idee der Transition Town Bewegung aufgriff. Diese Idee haben die Agronauten nun in einer Studie, die von Januar bis September 2015 durchgeführt, erweitert. 10:13

    Das Thema wurde damit erstmals in Deutschland in einer Studie analysiert – mit Beratungstätigkeit der Agronauten. Die Studie „Regionaler Konsum Freiburg“, die vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) für die Stadt Freiburg durchgeführt wurde, untersucht wie hoch der Anteil von regionalen Ursprungs am Gesamtverbrauch der Stadt Freiburg ist. Dies war kein einfaches Unterfangen in unserem intransparenten, globalisiertem Ernährungssystem.

    Kollege Fabien sprach mit Peter Volz von den Agronauten. Deren Themenbereiche sind neben Ernährungssouveränität Saatgut und innovative Konzepte in der Landwirtschaft. Neben akademischen Studien arbeiten sie seit 2011 praxisnah in Kooperation mit Landwirtinnen und Landwirten.

    https://rdl.de/beitrag/die-schwaben-wollen-wir-bitte-nicht-dabeihaben-wie-regional-ern-hrt-sich-freiburg

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