Projektbericht Schulprojekt Münstermarktrallye 2.0

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Das erfolgreiche Bildungsprojekt „Münstermarktrallye – Weltbewusste Ernährung“ ging 2014 in die zweite Runde. Das „Kleebatt“ des städtischen Programms „LEIF“ (Leben erleben in Freiburg) wurde erneut in einer Kooperation von Transition Town Freiburg mit dem Nord-Süd-Forum, dem Eine Welt Forum und „Energiehunger – nein danke“ durchgeführt. Der Fokus lag auf der Verbindung von nachhaltigen Produktions- und Konsumweisen mit Suffizienz. Zukunftsfähige Wirtschaftsweisen und ressourcenleichter Genuss trafen in der Münstermarktrallye aufeinander.

Am Beispiel des Münstermarkts wird die Bedeutung von regionalen Wirtschaftskreisläufen für Biodiversität, wirtschaftliche Stabilität und Lebensqualität für die Region Freiburg verständlich und erlebbar.

Gelbe Karotten kaufen, Münstermarktrallye, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

Gelbe Karotten kaufen, Münstermarktrallye, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

Welchen Unterschied macht es, ob ich Obst und Gemüse auf dem Bauernmarkt kaufe oder beim Discounter?“ Anhand dieser Frage wurde in einem theoretischen Input aufgezeigt, was es für einen Unterschied macht, ob Erdbeeren regional oder in der Region Almería/Südspanien angebaut werden. Die SchülerInnen beschäftigten sich mit den Entfernungen zwischen Anbau und Verkauf und Entfernungen und die dazugehörigen Beschaffungsketten, Transport und Infrastrukturen. Für die Frage nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe stellten sich Fragen der Wirtschafts- und Anbaustrukturen in den jeweiligen Region mit den Aspekten Biodiversität, Wassernutzung, Wertschöpfung sowie Lebensqualität durch Kulturlandschaften vs. „Plastikmeer“.

Dabei wurde deutlich, warum regionaler Obst- und Gemüseanbau nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial nachhaltiger ist. Dieser zunächst abstrakte Vorspann wurde durch praktische Erfahrungen auf dem Bauernmarkt ergänzt.

Münstermarktrallye, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

SchülerInnen im Trubel auf dem Münstermarkt, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

Dass der Kauf lokal-saisonaler Produkte nicht unbedingt eine Einschränkung, sondern einen Gewinn an Lebensqualität und Genuss bedeuten kann, erlebten die SchülerInnen auf der Münstermarktrallye. Auf dem Bauernmarkt hatten die SchülerInnen im Rahmen der Rallye Zeit zum Gespräch mit den Bauern, zum entschleunigten Flanieren, zum Probieren der Produkte und Genießen der Atmosphäre zwischen historischem Münster, Gemüseständen, Straßenmusik und Cafés.

Die SchülerInnen machten sich als Crazy Food Scouts auf die Suche nach dem verrücktesten Gemüse, es wurden Fotos und Rezepte gesammelt. Im Herbst gewann Tobinambur, im Frühjahr Romanesco.

Zum "Crazy Food"-Gewinner Romanesco, BNE-Projekt Münstermarktrallye, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

Zum „Crazy Food“-Gewinner gekrönt: Romanesco. Im Rahmen der Münstermarktrallye, Freiburg, CC BY NC SA J. Lay

Die Verkostung fand je nach Witterung am Brunnen auf dem Markt oder in einem Raum statt. Je nach Jahreszeit gab es Erdbeeren und Gurken, Trauben und Äpfel, Karotten und Tomaten, dazu Käse, Brot und Marmelade vom Slow Food Stand.

In der abschließenden Diskussion verknüpfte sich das abstrakte Wissen zu Wirtschafts- und Produktionsweisen mit lebensweltlichen Erfahrungen und einigen Aha-Effekten: „Der Hof liegt 11 km von hier, es ist ein Familienbetrieb, den gibt es schon seit immer.“ – „Der Betrieb, das sind nur der Bauer und seine Frau, die da vorne stehen, und drei Mitarbeiter, die sind schon früh aufgestanden und stehen seid sieben Uhr auf dem Markt.“ – „Manche Stände hatten gar keine Zeit mit uns zu reden, weil eine lange Schlange hinter uns war.“- „Das ist der leckerste Käse der Welt, ich sage meinen Eltern, den sollen sie auch kaufen.“ – „Die Blumensträuße hat die Bäuerin heute morgen gepflückt.“

Der beliebteste Marktstand wurde mit dem „Funky Marktstand Award“ geehrt. Damit bestimmen die SchülerInnen, woher die Lebensmittel kommen, mit denen sie im letzten Modul ein „Vier-Kontinente-Menü“ kochen.

Um die Idee der „Münstermarktrallye“ zu verbreiten, haben drei AktivistInnen der Initiative „Kaufrausch“ einen Durchlauf als MultiplikatorInnenschulung mitgemacht.

Wer das Projekt „Weltbewusste Ernährung“ für Schulklassen oder andere Gruppen erleben will, kann Kontakt aufnehmen unter jenny-lay [at] posteo [dot] de.

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