Waldgarten Wiehre nimmt Form an

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Nachdem uns der Abbruch der Brücke an der Deichleweiher- Wiese Mitte Mai ein Strich durch unsere Rechnung gemacht hatte, konnte es nun Anfang Juni losgehen mit der ersten großen Aktion im neuen Waldgarten. Bei strahlendem Sonnenschein säten wir unsere Pflanzenmischungen in einem sechstrahligen Sonnenmuster aus, Hafer und Wicke wurden anschließend mit Muskelkraft geeggt (Hier Video der Aussaat ansehen). Einige Weiden für einen Sitzplatz und erste Beerensträucher haben ebenfalls schon ihren Weg zum Deichleweiher gefunden und so nimmt der Waldgarten langsam Form an. Vielleicht werden sogar bald die ersten Bienen am Waldrand ihr neues Zuhause finden und sich an den ersten Sommerblüten erfreuen. Nach dem Regen in den letzten Wochen sind unsere Samen bereits aufgelaufen und lassen deutlich das Sonnenmuster erkennen. Wir sind gespannt auf weitere Aktionen in diesem Sommer und Herbst und freuen uns über alle InteressentInnen, die sich der offenen Gruppe anschließen möchten (bei Interesse schreibe einfach an: urbanes.gaertnern [at] ttfreiburg [dot] de).

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Im Folgenden eine Zusammenfassung des aktuellen Stands zum 22.06.2013:

Fläche:

Die Fläche am Deichleweiher ist ca. 1700m² groß. Die Fläche auf der anderen Seite des Weges in Richtung Bahnschienen kann ebenfalls im weiteren Verlauf des Projektes genutzt werden und ist nochmal ca. 500m² groß. Beide Flächen sind von Wald und Sträuchern umgeben. Es gibt u.a. Buchen, Rosskastanien, Hainbuchen, Hasel, Kornelkirsche, Hartriegel.

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Herausforderungen:

Besonderheiten und Herausforderungen der Flächen sind: Wildschweindruck, Beschattung, relativ feuchte Stellen am Hangfuß, Quecke und Hahnenfuß.

Ressourcen:

Bereits verfügbare Ressourcen sind: Deichleweiher mit genügend Oberflächenwasser zur Bewässerung, Kooperation mit Garten- und Tiefbauamt, existierende Bäume und Sträucher (z.B. Hasel, Kornelkirsche), ruhige und geschützte Lage, keine Luftverschmutzung, Stadtnähe, Know-How und Infrastruktur in der Urbanen Gärtner-Gruppe, guter humoser Boden, gutes Freiburger Klima, Wildschweine als Umgrabe- und Düngehelfer, Interesse von Bienenbesitzer, mögliche Kontakte zu Waldhaus/Uni/Waldkindergärten etc.

Vision:

Die gemeinsame Vision für die Fläche ist ein sog. Waldgarten. Man kann ihn sich als Streuobstwiese mit Strauchschicht und Bodenbedeckung vorstellen. Der Hauptschwerpunkt liegt auf Verwendung essbarer Pflanzen. Es sollen alle interessierte Bürger einbezogen werden: der Garten ist Gemeingut, jeder ist eingeladen beizutragen und zu ernten. Die Fläche könnte sich so als Modellbeispiel sowohl der Waldgarten- als auch der Commons- Idee entwickeln.

Bisher geschehen:

1) Bienenweide: Die Stadt hat auf einem Streifen entlang des Weges eine Bienenweide ausgesät. Im Herbst wird hier möglicherweise im Zuge des Projektes „Freiburg packt an- Baumpatenschaften“ eine Hochstamm-Obstbaumallee (Apfel, Birne, Zwetschge etc.) gepflanzt. Die Obstbäume werden anschließend mit Stauden und Sträuchern unterpflanzt, sodass vielfältige Obstbaum-Lebensgemeinschaften entstehen.

2) Bodenbedeckung: Um die Ausbreitung von Quecke und Hahnenfuß einzudämmen sowie möglicherweise eine Entlastung des Wildschweindrucks zu erreichen, wurden zunächst zwei verschiedene bodenbedeckende Pflanzenmischungen ausgesät und teilweise geeggt. Eine davon ist eine Wildpflanzenmischung („Biogas 1“ von Saaten-Zeller), die momentan als Alternative zu Biogasmais erforscht wird und nachweislich entlastend auf den Wildschweindruck wirkt. Des Weiteren wurde Hafer und Wicke gesät, eine schnellwachsende Mischungen, die Quecke und Hahnenfuß das Licht nimmt und so deren Wachstum und Ausbreitung verhindern soll. Die Aussaat erfolgte in einem Muster mit sechs Strahlen, in die abwechselnd die beiden Mischungen gesät wurden. Die Ränder der Strahlen wurden mit Sonnenblumensamen markiert. Dankenswerter Weise wurde die Fläche im Anschluss von städtischen Mitarbeitern gewalzt.

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3) Weiden: Am Waldrand mit Blick Richtung Norden auf die Waldgartenfläche wurde eine Weidensitzgelegenheit angelegt. Es wurden Weiden vom Kunzenhof verwendet, die vorher einige Wochen im Deichleweiher für die Wurzelausbildung gewässert wurden. Anschließend wurden sie halbkreisförmig eingepflanzt und miteinander verflochten. Mit Baumstümpfen o.Ä. sollen bald Sitzmöglichkeiten entstehen.

4) Beeren: Zwischen Waldgartenfläche und Deichleweiher wurden bisher drei Johannisbeeren und 3 Himbeeren gepflanzt. Diese Sträucher werden nach und nach zu einem Fruchtsaum erweitert. Ein Rankgerüst aus Bambus und Weiden wurde gebaut und soll dem Himbeeren Halt geben.

Weiden und Beeren

Zeitnahe Vorgehensweise:

1) Aussaaten: Im Anschluss an die Wildpflanzenmischung und Hafer/Wicke können Aussaaten von Buchweizen u.a. vorgenommen werden, auch Eichblatt, Neuseeländerspinat (beides selbstaussäend) u.Ä. können beigemischt werden. Die bodenbedeckenden Pflanzen können anschließend als Mulchmaterial verwendet werden.

2) Fruchtsaum: An den Waldrändern werden die bestehenden Sträucher wie Hasel und Kornelkirsche durch Schnitt besser zur Geltung gebracht und mit weiteren Wildobststräuchern (Felsenbirne, Mispel, Wildrose, Schlehdorn, Holunder, Wildapfel, Weißdorn, Wildbirne, Maibeere etc.) zu einem Fruchtsaum erweitert.

3) Bäume und Sträucher: In der Fläche werden unter Berücksichtigung der gegenseitigen Verschattung eventuell erste Obstbäume (Apfel, Birne, Quitte, Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Pfirsich, Mirabelle, Aprikose etc.) und Sträucher (Jostabeere, Stachelbeere, Johannisbeere, Himbeere, Weinbeere, Apfelbeeren etc.) gepflanzt.

Weitere Vorgehensweise:

1) Flexible Reaktion auf Feedback: Nach den ersten Aussaaten der Pflanzenmischungen wird anhand des Feedbacks des Geländes, d.h. des unterschiedlichen Wachstums der verschiedenen Pflanzen auf der Fläche, weiter geplant. Verschiedene Zonen werden eingeteilt nach Feuchte und Trockenheit, Sonne und Schatten, Bodenqualität und weiteren Umweltfaktoren und mit der entsprechenden Bepflanzung darauf reagiert. Die Positionen der Obstbäume und Sträucher werden festgelegt, die weitere Vorgehensweise der Bodenbedeckung geklärt. Erste Ideen sind Einstreuen von Kürbispflanzen, Salaten und weiterem pflegeleichten Gemüse.

2) Hochwachsende Bäume: Auf der Fläche nahe der Bahnlinie können hochwachsende Bäume wie Haselbäume, Walnuss, Birne, Esskastanie, Maulbeere u.a. etabliert werden.

3) Weitere Ideen können besprochen werden

Weitere Ideen:

1) Baum-Einschlagplatz: Am Waldrand wäre möglicherweise ein geeigneter Ort für das Einschlagen von jungen Bäumen. Den Einschlaghaufen (Sand, lockere Erde) könnte mit Weiden o.Ä. geschützt werden.

2) Bienenstöcke

3) Terra Preta und biologisch-dynamische Präparate

4) Insektenhotel

5) Pilzzucht

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